Gipfelkollaps im Allgäu steht unmittelbar bevor

Der Klimawandel richtet zunehmend größere Zerstörung in einem der schönsten Naturgebiete Deutschlands an und sorgt dafür, dass sich die Alpenlandschaft grundlegend und unwiderruflich verändert. Gletscher verschwinden von der Bildfläche und mehrere beliebte Wanderwege und Kletterbereiche sind bereits gesperrt, weil die Oberfläche des Gesteins unberechenbar und deshalb lebensgefährlich für Wanderer und Bergsteiger geworden ist.

Nur vor wenigen Wochen hat ein gewaltiger Felssturz an Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze (2692 m Höhe), für Aufsehen und Unbehagen gesorgt, obwohl dabei weder Tiroler Ortschaften noch Wanderwege nennenswert beschädigt wurden. Jetzt kommen neue alarmierende Nachrichten aus dem Allgäu. Messgeräte im Voralpenbereich warnen nämlich vor einem unmittelbar bevorstehenden Felssturz am Gipfel des Hochvogels an der deutsch-österreichischen Grenze. 

Gipfelkollaps steht bevor 

Der Gipfel des Hochvogels, der sich zwar auf der österreichischen Seite der Grenze befindet, zurzeit aber nur von Deutschland aus erreicht werden kann, bereitet schon seit längerem einen Grund zur Sorge unter Geologen. Ein Spalt am Gipfel hat sich mittlerweile zu einer Breite von sechs Metern und einer Tiefe von mehr als 60 Metern ausgedehnt und könnte jederzeit losbrechen und den Gipfel des Bergs zum Zusammenbruch bringen. Laut Berechnungen der Geologen werden dabei mindestens 400.000 Kubikmeter Gestein losgelöst und ins Tal rollen. Die Masse entspricht etwa 600.000 Tonnen Geröll. Der Hochvogel ragt zurzeit 2.592 Meter über dem Meeresspiegel, könnte aber nach dem Sturz beträchtlich an Höhe verlieren. 

Warnsystem installiert 

Um die Bevölkerung und Bergwanderer rechtzeitig auf eine Gerölllawine aufmerksam machen zu können, wurde ein Vorwarnsystem mit rund 30 Sensoren auf dem Berg installiert. Die Sensoren senden unaufhörlich Daten, die über die geringsten Veränderungen am Gipfel informieren. Allerdings warnen Forscher bereits, dass das System in der Regel nur wenige Stunden vor dem endlichen Ereignis ausschlagen wird und die Zeit für Evakuierungen und Wanderverbote deshalb beschränkt sei. Besondere Sorge bereiten herbstliche Gewitter und Starkregenereignisse, die eine Lawinenkatastrophe in dem betroffenen Gebiet innerhalb kürzester Zeit beschleunigen werden. 

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Alexander Grünstedt