

Unglaublich: Ein Tsunami hat die Küste Kroatiens getroffen! Binnen weniger Sekunden wurde mehrere Küstenstädte an der nördlichen Adria überflutet. Menschen seien panisch weggerannt, heißt es.
Ein ungewöhnliches Wetterphänomen namens Meteotsunami hat mehrere Küstenstädte an der nördlichen Adria heimgesucht. Bemerkbar wurde es lediglich als kurzes Gewitter mit Wind und Regen am Montagvormittag, das sich schnell wieder beruhigte. Die Folgen waren aber deutlich zu sehen: Plötzlich stieg das Meer an, schwappte über die Kaimauern und „verschluckte“ die Hafenpromenaden mehrerer Ortschaften.
Panik brach aus
„Wir tranken gerade Kaffee, als innerhalb von Sekunden das Meer anstieg und die gesamte Uferpromenade überflutete“, wird ein Augenzeuge in der kroatischen Zeitung „Jutarnji“ zitiert. „Die Leute rannten weg, die Restaurantbesitzer räumten Tische beiseite, es brach Panik aus“.
30 Zentimeter Anstieg
In Pula und Starigrad-Paklenica schwappten ebenfalls heftige Wellen an die Küste. Der kroatische Wetterdienst Crometeo dokumentierte das Phänomen. Der Meeresspiegel stieg kurzfristig um 30 Zentimeter über den Normalwert, ging aber bald wieder deutlich zurück.
Ein Meteotsunami entsteht anders als ein klassischer Tsunami nicht durch tektonische Aktivitäten wie Erdbeben oder Vulkanausbrüche, sondern dann, wenn kleinste Luftdruckunterschiede auf Meereswellen mit der gleichen Geschwindigkeit treffen. Da sie praktisch „aus dem Nichts“ kommen und die Wasseroberfläche zuvor komplett ruhig sein kann, sind sie unvorhersehbar und besonders gefährlich für Badegäste und Boote.
Welle in Buchten oft noch heftiger
Durch die Resonanz zwischen Luftdruck- und Wasserwellen steigt der Meeresspiegel plötzlich an. Die Welle wird sogar noch verstärkt, wenn sie in eine Bucht wie in Mali Losinj einläuft. Dann wird die Küste überschwemmt, bevor die Flut wieder absinkt.
Sechs Meter Tsunami
Der historisch extremste Meteotsunami traf auch Kroatien, allerdings im Jahr 1978. Damals stieg das Meer in der trichterförmigen Bucht von Vela Luka auf der Insel Korčula um unglaubliche sechs Meter an, der gesamte Ortskern wurde überschwemmt, massive Schäden waren die Folge.