200 Tonnen mit hochgiftigen Substanzen auf Truppenübungsplatz

Nach einem Sommer mit zerstörerischen Waldbränden haben sich besonders in den östlich gelegenen Wäldern und Naturschutzgebieten Gefahren von weit größerem Ausmaß erwiesen. So wurden die Löscharbeiten im Müritz-Nationalpark in Mecklenburg-Vorpommern durch detonierende Munition auf alten Truppenübungsplätzen erheblich erschwert.

Auch die Löscharbeiten des Waldbrands in Gohrischheide in der Nähe vom sächsischen Meißen mussten ständig wegen der Explosionsgefahr durch militärische Altlasten unterbrochen werden. Jetzt haben Behörden im Böhmerwald im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Tschechien ein neues potenzielles Katastrophengebiet entdeckt, nachdem 200 Tonnen mit hochgiftigen Substanzen auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz aufgefunden wurden. 

Unbekannter Standort

Die lebensgefährlichen Substanzen, die laut Ermittlern Dioxine, Furane, Quecksilber, Arsen und organische Lösemittel enthalten, wurden im tschechischen Teil des Böhmerwalds im Gebiet von Železná Ruda (Markt Eisenstein) entdeckt. Dort haben die maroden Tonnen bereits 1000 Tonnen von Erdreich verseucht und die Giftstoffe sind möglicherweise schon in das örtliche Grundwasser eingesickert. Die tschechischen Behörden wollen den genauen Standort der verseuchten Fässer nicht bekanntgeben, um Schaulustige fernzuhalten. Der Bevölkerung wurde allerdings zugesichert, dass die Entsorgung der giftigen Substanzen im Laufe dieses Monats beginnen wird. Auch das tschechische Militär wird sich an der Aktion beteiligen, denn neben den Giftfässern befindet sich vermutlich auch ausgedientes militärisches Material wie Granaten, Munition und Minen. 

Keine chemischen Kampfstoffe unter den Chemikalien 

Die Sorge der Bevölkerung auf beiden Seiten der Grenze wurde weiter erhöht, nachdem ein rechtsextremer tschechischer Politiker behauptet hatte, dass sich neben den Chemikalien auch chemische Kampfstoffe wie Senfgas und Phosgen im Böhmerwald befinden. Die Angabe konnte allerdings nach genauer Untersuchung des betroffenen Gebiets nicht bekräftigt werden. Laut dem tschechischen Umweltminister Igor Červený werden die Ausräumungsarbeiten langwierig und bis mindestens 2028 andauern. Die Kosten für die ordnungsgemäße Entsorgung der Giftstoffe aus dem betroffenen Areal werden sich auf rund 8 Millionen Euro belaufen.

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  • Wie kommen TEXACO Giftfässer auf tschechische Truppenübungsplätze? Wenn es nach der Wende geschehen sein sollte, ist es eine Sauerei von den Verursachern DIE müssen zur Verantwortung gezogen werden, für den kriminellen Umweltschaden und dessen Beseitigung zur Kasse gebeten werden!

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Alexander Grünstedt