Mehrere Todesfälle: Reisegigant TUI unter Druck

Wie konnte so etwas passieren? Acht Menschen sind gestorben und viele weitere mussten nach einer von TUI organisierten Reise medizinisch versorgt werden.

Gegen den Reisegiganten TUI werden massive rechtliche Schritte eingeleitet: Mehr als 1700 britische Urlauber haben sich nun einer Sammelklage gegen das Reiseunternehmen angeschlossen, nachdem sie im Urlaub erkrankt waren. Ein Reiseziel steht im Fokus: die Kapverdischen Inseln.

Der Vorwurf gegen den Reiseveranstalter TUI
Laut der Anwaltskanzlei Irwin Mitchell, die die Kläger vertritt, hat TUI seine Verantwortung vernachlässigt, seine Kunden „auf eine Pauschalreise mitzunehmen, die ihnen keine Krankheit verursachen würde“. Wie der Anwalt hinzufügt: „Leider war genau das Gegenteil der Fall.“

Zu den gemeldeten Erkrankungen zählen Infektionen mit E. coli, Salmonellen und Shigellen sowie parasitäre Infektionen wie Cryptosporidien. Die ersten Fälle wurden bereits 2022 bekannt, die letzten Anfang dieses Jahres. Unter den Betroffenen waren viele ältere Menschen; der jüngste Erkrankte war jedoch erst 6 Monate alt.

Wie Jatinder Paul von der Anwaltskanzlei Irwin Mitchell gegenüber „BBC Breakfast“ erklärte: „In all den Jahren, in denen ich diese Arbeit mache, habe ich noch keinen so großen Fall gesehen.“ Und auch keinen, bei dem so viele Menschen ums Leben gekommen sind. Zunächst wurde die Zahl der Todesfälle auf 6 geschätzt, nun scheint es, als seien es sogar 8 Fälle gewesen.

Trauernde Angehörige geben TUI die Schuld
Besonders schwer zu lesen sind die Berichte der Hinterbliebenen. Der Sohn der 64-jährigen Elaine Walsh, Sean, war mit ihr in einem 5-Sterne-Resort im Urlaub, als sie sich am 8. August letzten Jahres unwohl fühlte. Wie er beschreibt, war seine Mutter sehr schnell erkrankt. Elaine starb nur zwei Tage später im Krankenhaus.

Die trauernde Tochter einer anderen verstorbenen Frau schreibt, dass sie TUI für das Geschehene verantwortlich macht. Wie der Richter des High Court entscheiden wird, bleibt abzuwarten.

Offizielle Gesundheitswarnung für die Kapverdischen Inseln herausgegeben
Wie die BBC berichtet, hat eine Untersuchung der britischen Gesundheitsbehörde (UK Health Security Agency) Anfang dieses Jahres mehrere Fälle von Magen-Darm-Infektionen bestätigt, die mit Reisen nach Kap Verde in Verbindung standen. Sie bestätigte, dass zwischen Oktober 2025 und Februar 2026 112 Fälle von Shigellen- und 43 Fälle von Salmonelleninfektionen bei Urlaubern gemeldet worden waren. Seitdem wurde eine offizielle Gesundheitswarnung für die Kapverdischen Inseln herausgegeben.

TUI äußert sich
TUI hat den betroffenen Familien sein aufrichtiges Beileid ausgesprochen. Das Unternehmen teilt mit, dass es die Vorwürfe untersucht. Der Reiseveranstalter versichert jedoch, dass bei allen seinen Reisen „die Gesundheit und Sicherheit der Kunden stets oberste Priorität hat“. Weiterhin erklärte TUI, dass es Verfahren eingerichtet habe, um jedem Kunden zu helfen, der während einer seiner Reisen erkrankt. TUI hat sich stets an die Empfehlungen des britischen Außenministeriums gehalten und steht in Kontakt mit Hotelpartnern und den zuständigen Behörden, wo dies angemessen ist.

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Oskar Herbert