Seit 1. Juli gültig: Neue Gebühr für alle erregt die Gemüter

Ärger macht sich breit über eine am 1. Juli eingeführte Extra-Gebühr für alle Flugpassagiere der Lufthansa, die nach dem Check-in noch den Sitzplatz wechseln wollen. Durch die zunehmende Verrechnung von Services wird der Unterschied zu den Billigairlines immer kleiner.

Die Lufthansa kassiert seit dem 1. Juli extra ab: Sofern Sie sich nach dem Check-in noch einen anderen Sitzplatz aussuchen wollen, müssen Sie jetzt dafür bezahlen. Und zwar nicht nur auf Kurz- und Mittelstrecken, sondern auch auf Langstreckenflügen. Die Beförderungsbedingungen besagen, dass Änderungen eines ausgewählten oder zugewiesenen Sitzplatzes je nach Tarif kostenpflichtig sein können.

Warten lohnt sich nicht mehr
Das zerschlägt die Strategie vieler Reisender, die bewusst mit dem Check-in warten, um kurz vor dem Flug dann unter den verbliebenen freien Plätzen den besseren Sitz auszuwählen. Das geht jetzt bei der Lufthansa, aber auch Austrian Airlines, Swiss, Brussels Airlines und Discover Airlines nicht mehr.

Höhe der Gebühr variiert
Die neue Regelung gilt für bestimmte Economy- und Premium-Economy-Tarife. Es wurde nicht offengelegt, wie hoch genau diese neue Gebühr ausfällt. Laut der Lufthansa richtet sich diese unter anderem nach Strecke, Abflugort und Buchungszeitpunkt und wird erst während des Online-Check-ins angezeigt. Nicht betroffen seien Flex-Tarife und bestimmte Statuskunden.

Damit verlieren Linienfluggesellschaften wie Lufthansa immer mehr ihren Status als Gegenmodell zu Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet, wo von den Mahlzeiten über das Gepäck alle Leistungen extra verrechnet werden. Dort gilt schon immer: Wer seinen Sitzplatz selbst aussuchen möchte, zahlt extra. Alle anderen bekommen beim Check-in einen Platz zugewiesen.

131,3 Millionen Passagiere
Ein Unternehmenssprecher bestätigte auf Anfrage die Anpassung der Regelungen für Sitzplatzwechsel beim Check-in. Die Airline beförderte im Geschäftsjahr 2024 insgesamt 131,3 Mio. Passagiere. Ab Frankfurt und München werden viele Ziele innerhalb Europas sowie in Nord- und Südamerika, Asien, Afrika und dem Nahen Osten bedient. Für Australien und Neuseeland gibt es Kooperationen und Codeshare-Abkommen.

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Social
Martin Beier