

Zurzeit haben rund 10 Millionen Hunde in Deutschland ein Herrchen oder Frauchen und während die meisten sich beim Gassigehen vorbildlich verhalten, gibt es immer wieder schwarze Schafe, die sich danebenbenehmen und den Ruf der Tierart negativ beeinträchtigen. Oft ist das nicht die Schuld der Vierbeiner, sondern kann auf ein Unverständnis der Hundehalter und –halterinnen zurückgeführt werden. Viele der Vorfälle können sowohl für die Besitzer als auch für zufällig Vorbeipassierende gefährlich werden und deshalb haben mehrere Bundesländer bereits den sogenannten „Hundeführerschein“ eingeführt. In Niedersachsen müssen erstmalige Hundebesitzer bereits seit dem Jahr 2014 einen Führerschein für ihr Haustier ablegen und seit diesem Jahr ist die Qualifikation auch Pflicht in Bremen samt Bremerhaven. Weitere Bundesländer können Folge leisten.
Bundesweite Pflicht für Halter von Listenhunden
Ein Hundeführerschein ist ein Befähigungsnachweis, der Hundehaltern bescheinigt, dass sie ihren Hund unter Kontrolle halten können. Im Gegensatz zu Kraftfahrzeugen muss der Hundeführerschein für jeden einzelnen Hund abgelegt werden, den ein Halter besitzt. Die Hoheit über die Bescheinigung liegt mit der Landesregierung in den jeweiligen Bundesländern, wo die meisten bereits eine gesetzliche Pflicht für den Nachweis für Halter von gefährlichen, sogenannten gelisteten Hunden erlassen haben. Welche Rassen als gefährlich angesehen werden, ist unterschiedlich von Bundesland zu Bundesland, umfasst aber in der Regel wenigstens:
American Pit Bull Terrier (Pitbull)
American Staffordshire Terrier
Bullterrier
Staffordshire-Bullterrier
Test kann beliebig oft wiederholt werden
Hundeführerscheine werden je nach Bundesland von den örtlichen Chartern der Berufsverbände der Hundeerzieher, zertifizierten Hundetrainern oder von diversen Haustierverhaltensberatern ausgestellt. Um die Bescheinigung zu erhalten, muss sowohl ein praktischer als auch ein theoretischer Test abgelegt werden. Sollten Hund und Herrchen und/oder Frauchen die Prüfung beim ersten Mal nicht bestehen, kann der Test bis ins Unendliche wiederholt werden, vorausgesetzt, ein Abstand von mehreren Wochen wird zwischen den Prüfungen eingehalten. Die Kosten für das Training und den Test zum Erhalt des Hundeführerscheins belaufen sich abhängig vom Standort auf zwischen 90 und 130 Euro.