

Hunderte Flüge gestrichen: In weiten Teilen der USA herrscht Chaos. Tausende Passagiere sind von einem Flugstopp betroffen, der mehrere große US-Flughäfen betrifft.
Hunderte von Flugzeugen mussten ungeplant zum Stillstand kommen: Nach neuesten Berichten waren über 40 große Flughäfen in 24 US-Bundesstaaten von Störungen betroffen. Chaos herrschte, als die Fluggesellschaften versuchten, Flüge umzuleiten und zu streichen. Medienberichten zufolge waren darunter auch mehrere Flugzeuge, die sich bereits auf halber Strecke über dem Atlantik befanden und umkehren mussten. Folgendes ist bislang über die Ursache bekannt.
Folgenschwerer Systemausfall
Wie NBC New York berichtet, war gestern Vormittag gegen 10 Uhr die Haupt-Telekommunikationsverbindung von Verizon ausgefallen, die von den regionalen Flughäfen und der Philadelphia Terminal Radar Approach Control (TRACON)-Einrichtung der Federal Aviation Administration (FAA) gemeinsam genutzt wird – dem System, das Flugzeuge beim Start und bei der Landung leitet. Als versucht wurde, auf das Backup-Glasfaserkabel umzuschalten, stellte sich heraus, dass auch dieses nicht funktionierte. Es scheint, dass das Kabel versehentlich von Bauarbeitern durchtrennt worden war, die für Amtrak in New Jersey tätig waren.
Die Folge: Massive Ausfälle bei der Telekommunikation und den Radarfrequenzen führten zu Start- und Landeverboten sowie erheblichen Flugverspätungen an einigen der größten und verkehrsreichsten Flughäfen der USA. Zu den am stärksten betroffenen zählen Newark Liberty International, Teterboro Airport (ein bedeutender Privatjet-Flughafen) in New Jersey, Philadelphia International, LaGuardia und John F. Kennedy International; doch auch von anderen Flughäfen im Nordosten der Vereinigten Staaten werden erhebliche Verspätungen gemeldet.
Viele Flüge gestrichen oder stark verspätet
Das zuständige Telekommunikationsunternehmen Verizon erklärte, man arbeite „aktiv“ an der Reparatur des Kabels und der Wiederherstellung der Verbindungen, warnte jedoch, dass der Reparaturprozess bis zu 13 Stunden dauern könnte. Wie die BBC berichtet, soll heute die Vollversammlung der Vereinten Nationen beginnen, zu der mehr als 130 Vertreter aus aller Welt nach New York fliegen sollen.
Übrigens sollte auch Friedrich Merz ursprünglich heute zur UN-Vollversammlung reisen, entschied sich jedoch, seinen Flug zu verschieben, um heute Nachmittag an der Fraktionssitzung der Union teilnehmen zu können, wo seine Anwesenheit nach der Niederlage am Sonntag nun doppelt wichtig ist.
Laut FlightAware waren bis zum späten gestrigen Abend insgesamt über 1.000 Flüge innerhalb, in oder aus den Vereinigten Staaten gestrichen worden. Über 6.000 weitere hatten Verspätung. Diese Zahlen umfassen auch Ausfälle und Verspätungen aufgrund anderer Faktoren, doch zum Vergleich: Am vergangenen Freitag lag die Zahl bei 123 gestrichenen Flügen. Am Sonntag waren es 264.
Veraltete Infrastruktur offenbar schuld
„Dieser Vorfall unterstreicht die Notwendigkeit zusätzlicher Mittel zur Modernisierung der veralteten Infrastruktur und zur Vermeidung solcher Störungen in der Zukunft“, erklärte US-Verkehrsminister Sean Duffy und forderte die Bereitstellung weiterer Gelder für die Verbesserung der amerikanischen Luftverkehrssysteme. Wie die BBC berichtet, stammen einige der Luftverkehrskontrollgeräte der USA offenbar noch aus den 1960er Jahren.
Zwar wird erwartet, dass alle Flughäfen heute den normalen Betrieb wieder aufnehmen, doch ist noch für einige Zeit mit Verspätungen zu rechnen. Wer diese Woche in den Nordosten der USA reisen möchte, sollte prüfen, ob sein Flug betroffen ist.