

Können sich viele von uns noch an ein Leben ohne Ikea erinnern? Von Holzspielzeug und Kinderbetten im Kinderzimmer über die ikonischen „Billy“-Bücherregale in Studentenwohnheimen bis hin zu kompletten Küchen und raffinierten Einrichtungslösungen – Ikea ist in Millionen von Haushalten im ganzen Land zu finden. Doch die Zeiten sind überall schwer, und auch der schwedische Gigant bleibt davon nicht verschont – wie schwer, offenbart sich erst jetzt.
Schwache Konsumstimmung, gestiegene Kosten und stärkerer Wettbewerbsdruck: Drei Dinge, über die man immer wieder in Berichten liest, wenn der nächste bekannte (oder weniger bekannte) Firmenname in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Doch was passiert bei Ikea?
Ikea muss harte Entscheidungen treffen
Ikea-Fans können aufatmen: Es scheint, dass die Maßnahmen, die der schwedische Gigant ergreift, präventiver Natur sind – als Reaktion auf die aktuelle Situation – ein Zeichen von sinkenden Gewinnen als von einer Krise. Dennoch wurden einige harte Entscheidungen getroffen, und dabei ist Deutschland am stärksten betroffen.
Ikea hat angekündigt, dass es gezwungen ist, am Standort Dortmund-Ellinghausen zahlreiche Arbeitsplätze abzubauen. Wie ein Sprecher gegenüber der BILD versichert, beruht die Entscheidung „auf strukturellen Erfordernissen und stellt keine Bewertung der Leistung oder des Beitrags unserer Teams in Deutschland dar“. Dennoch werden mehrere Funktionen an andere Standorte verlagert. Eine deutsche Tochtergesellschaft, die Ikea IT Germany GmbH, soll vollständig geschlossen werden. Eine weitere, die Ikea Purchasing Services Germany GmbH, die Einkaufs- und Logistikabteilung des Möbelkonzerns hierzulande, soll 170 ihrer 270 Mitarbeiter verlieren. Die meisten Aufgaben sollen nach Warschau verlagert werden.
Das Ziel ist eine „schlankere Organisation“. Insgesamt 233 deutsche Ikea-Mitarbeiter werden sich bald nach einer neuen Beschäftigung umsehen müssen. Nach eigenen Angaben bietet Ikea ihnen Unterstützung an und befindet sich in Gesprächen mit dem Betriebsrat.
Deutschland ist Ikeas größter Markt
Ikea verkauft seit über 50 Jahren Möbel und Einrichtungsgegenstände in Deutschland. Das erste Möbelhaus wurde 1974 in Eching bei München eröffnet. Derzeit gibt es in Deutschland 77 Standorte – groß und klein –, von denen der größte, das Einrichtungshaus in Berlin-Lichtenberg, tatsächlich die größte Filiale außerhalb Schwedens ist. Deutschland ist weltweit der größte und wichtigste Markt für Ikea. Es ist daher mit einiger Besorgnis zu beobachten, dass der Möbelriese zu solchen Einsparungen gezwungen ist. Wann waren Sie das letzte Mal bei Ikea?