Millionen betroffen: Autoritäre Regierung verbietet Damenbinden

Während Mädchen und Frauen sich hierzulande über die Wucherpreise für Hygieneprodukte beschweren, die aus anatomischen Gründen nur für den weiblichen Teil der Gesellschaft anfallen, hat man in Asien jetzt ganz andere Probleme. Dort hat nämlich gerade eine Regierung ohne Rücksicht auf die weibliche Bevölkerung Damenbinden gänzlich verboten. Als Grund für die radikale Verfügung, die weltweit für Abscheu und Entsetzen gesorgt hat: Damenbinden werden von den Widerstandskämpfern in der medizinischen Versorgung genutzt. Eine Alternative für Damenbinden, die die bereits gebeutelten Einwohner von Myanmar nutzen könnten, nennt die von ausschließlich männlichen Repräsentanten gebildete Militärjunta nicht. 

Brutale Militärleitung unter Chinas Regie

Myanmar, das auch unter seinem vorherigen Namen Burma bekannt ist, wird seit 2021 von einem blutigen Bürgerkrieg heimgesucht. Eine bis dahin demokratische Regierung unter der Leitung von unter anderem der Nobelpreisgewinnerin Aung San Suu Kyi wurde durch einen von China und später auch Russland unterstützten Militärputsch gestürzt. Seither kämpft die Militärjunta einen brutalen Kampf gegen nicht nur Widerstandskämpfer, sondern die gesamte burmesische Bevölkerung. Laut Angaben der Junta sollen die Aufständischen die Damenbinden zur Wundabdeckung und unter Verbänden nutzen. Das Verbot soll ihnen eine weitere wichtige medizinische Grundausstattung entziehen. Gleichzeitig sind Themen wie Sexualität, Geschlechtsorgane oder die damit verbundene Hygiene im Land tabu und Frauen ist es untersagt, sich zu dem Verbot zu äußern.

Zusammengebrochenes Gesundheitswesen 

Internationale Hilfsorganisationen haben bisher immer zu Spenden für Hygieneartikel aufgerufen und befürchten jetzt, dass diese nicht mehr ins Land eingebracht werden dürfen. Damit stehen Millionen Frauen und Mädchen in einer Bevölkerung von rund 55 Millionen Einwohnern gänzlich ohne Schutz während ihrer Periode da. Laut Ärzten erhöht sich damit die Gefahr für Infektionskrankheiten und andere Beschwerden, für die die Frauen aufgrund des durch die Kampfhandlungen zusammengebrochenen Gesundheitswesens keine medizinische Hilfe erhalten. Damenbinden sind zurzeit nur auf dem burmesischen Schwarzmarkt erhältlich und kosten mehr als einen Tageslohn. Mehrere Hilfsorganisationen haben jetzt die Vereinten Nationen um Hilfe gebeten, weil das Verbot die Menschenrechte stark einschränkt und Frauen in den Notstand drängt.

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Alexander Grünstedt