

Die Verteidigung Europas gegen russische Übergriffe an der Ostflanke wird zunehmend wichtiger. Insbesondere die Ostsee mit ihrer beträchtlichen deutschen Küste steht im Fokus des Kremls und Nachrichten von Übergriffen in dem Grenzgebiet zwischen Ost und West häufen sich. Ob nun die Schattenflotte mit ihren vom Auseinanderbrechen bedrohten Rostriesen an der Küste entlangschleichen oder mit hochtechnologischen Waffen geladene russische U-Boote mitten in der Ferienzeit plötzlich vor Fehmarn auftauchen: Die Bedrohung seitens Russlands ist allgegenwärtig. Gerade ist es wieder zu einem Vorfall über der Ostsee gekommen. Dieses Mal musste die NATO ihre Kampfjets starten.
Jungfernflug von spanischem NATO-Pilot
Laut einer Meldung der NATO-Luftwaffe ereignete sich der Zwischenfall am 21. September, nachdem ein russisches Flugzeug, das den Kontakt zur Flugsicherung verweigerte, plötzlich über dem Baltikum auftauchte. Die russische Aufklärungsmaschine befand sich zwar über internationalem Luftraum, brach aber mit internationalen Abkommen, indem es durch die Funkstille die Flugsicherheit im Bereich gefährdete. Die NATO im Baltikum löste unmittelbar nach der Sichtung des russischen Fliegers höchste Alarmstufe aus und zwei Fighterjets des westlichen Bündnisses starteten, um den Eindringling aus dem Gebiet zu jagen. Unter den NATO-Fliegern war auch ein junger spanischer Pilot, der gerade erst seine Pilotenausbildung abgeschlossen hat. Zufolge einer kurzen Berichterstattung der NATO soll der junge Spanier sich tapfer geschlagen und das russische Flugzeug erfolgreich wieder nach Russland zurückvertrieben haben.
Erhöhte Bedrohungslage an der Ostflanke
Gleichzeitig kommen weitere beunruhigende Nachrichten von der russischen Seite der Ostflanke. Dort sollen nach Auskünften von internationalen Beobachtern gerade massive Vorbereitungen für Kriegshandlungen in Gang gesetzt worden sein. Unter anderem hat Russland die militärischen Einrichtungen an den nordwestlichen Grenzen zum Baltikum und den nordischen Ländern mit rund 16 000 Lazarett-Betten aufgestockt. Die Tätigkeit alarmiert die NATO insbesondere, weil von dort aus beinahe täglich Drohnenübergriffe gemeldet werden. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) haben die Attacken „an Qualität und Intensität deutlich zugenommen“. Laut Dobrindt testen die Angreifer unsere Reaktions- und Abwehrfähigkeit in der Ostsee, und als Anrainer ist Deutschland derzeit in besonderer Weise bedroht.