

Die deutsche Fußballgeschichte ist untrennbar mit der Weltmeisterschaft verbunden. Doch plötzlich wurde ein Boykott ins Spiel gebracht – als scharfe Reaktion auf US-Präsident Donald Trumps Verhalten in letzter Zeit.
In Europas Ländern versuchen die Regierungschefs abwechselnd, den US-Präsidenten in irgendeiner Form zu beschwichtigen. Es geht vor allem um die angedrohte Einnahme Grönlands. Der SPD-Außenexperte Stegner fordert jetzt mehr Stärke gegenüber Trump.
Zu große Anbiederung an Trump
Er sagt: „Es muss darum gehen, dass die Europäer gemeinsam handeln und man mit Trump eine Einigung findet, ohne dass man Verbeugungen macht.“ In letzter Zeit habe es eine zu große Anbiederung an Trump gegeben, etwa durch NATO-Chef Mark Rutte. Der SPD-Politiker findet auch kritische Worte für Bundeskanzler Friedrich Merz. Seine vorsichtige Wortwahl nach Trumps Angriff auf Venezuela sei kontraproduktiv gewesen.
„NATO braucht Geschlossenheit“
Einen Angriff der USA auf Grönland hält Stegner für möglich: „Das kann man nun wirklich nicht hoffen, dass es innerhalb der NATO zu einem militärischen Angriff kommt, aber die Lage ist schwierig genug. Jedenfalls ist es nötig, dass die europäischen Staaten, dass der Rest der NATO Geschlossenheit zeigt.“ Dabei handele es sich um die absolute Mindestvoraussetzung, um zu einer Einigung zu finden. „Wichtig ist, dass wir uns weder erpressen lassen noch auf Drohungen reagieren.“
Einen Boykott der Fußball-WM hält der SPD-Politiker aber für unnötig – damit bestrafe man lediglich die Sportler und Fans. „Das sind keine besonders hilfreichen Maßnahmen.“ Nach seiner Ansicht würde sich Trump davon ohnehin nicht beeinflussen lassen.
Soldateneinsatz der Bundeswehr denkbar
Ob die deutsche Bundeswehr dauerhaft zwecks der Sicherung Grönlands ausrücken wird müssen, will Stegner nicht ausschließen. „Dass wir da mehr Sicherheit brauchen und dass es notwendig ist, bestreitet ja niemand. Man kann nicht einfach leichtfertig Soldaten irgendwo hinschicken.“ Ein Einsatz würde in jedem Fall vom Bundestag beschlossen werden müssen.
CDU lieferte Boykott-Idee
Die Boykott-Idee hat der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt ins Spiel gebracht. Er sagte am Samstag im Deutschlandfunk, mit einem solchen „Tabubruch“ würde sich das Verhältnis Europas zu den USA grundlegend verändern. Ein fröhliches Fußballfest im Sommer sei für ihn daher nicht vorstellbar.
Kommentare anzeigen
Bin nicht gerade Stegner-Fan; aber wo er Recht hat, hat er Recht.
Bzgl. WM neige ich eher dazu, Herrn Hardt zuzustimmen (was mir in Anbetracht des m.E. viel zu übertriebenen Rummels - man bedenke nur die Millionen an Gehältern, Prämien etc. - relativ leicht fällt).