

Ein Bundesamt warnt: In Deutschland sterben Menschen durch vergiftetes Fleisch. Die Behörden tappen aber im Dunkeln darüber, wer die Krankheitsausbrüche zu verantworten hat.
Der aktuelle Jahresbericht des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zeigt, dass lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche in Deutschland zunehmen. 2024 wurden etwa beim BVL und beim Robert Koch-Institut 271 Meldungen zu lebensmittelbedingten Krankheitsausbrüchen gemacht. Mindestens 2400 Erkrankungen waren die Folge, acht Menschen starben und 451 kamen ins Krankenhaus.
Salmonellen im Mett
Salmonellen waren der Grund für ein Drittel der Ausbrüche, Bakterien der Gattung Campylobacter für ein Viertel. Der größte Salmonellen-Ausbruch im Jahr 2024 war im Februar und wurde mit gewürztem Schweinemett in Verbindung gebracht. Insgesamt sterben drei Menschen, zudem gab es 191 Erkrankungsfälle durch Salmonella Infantis. 64 Menschen mussten nach Verzehr des Metts gar im Krankenhaus aufgenommen werden.
Verursacher noch nicht gefunden
Mittlerweile sind fast zwei Jahre vergangen, viele intensive Nachforschungen wurden angestellt. Dennoch gelang es den Behörden nicht, herauszufinden, wer das Todesmett verkauft hat. Die Meldung über den Ausbruch kam aus Thüringen – Silke Wiesenthal, Sprecherin beim Thüringer Ministerium für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Familie, sagt zum Thema: „Die Ermittlungen der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung ergaben für die von den Erkrankten angegebenen Einkaufsorte für gewürztes Gehacktes kein eindeutiges Muster. Es konnte kein alleiniger Zulieferer als Ursache des Erkrankungsgeschehens ermittelt werden.“
Man habe zwar verstärkte Kontrollen in Betrieben durchgeführt sowie Proben in den Einkaufsorten entnommen, die von Patienten angegeben wurden. Auch in Schweine-Herkunftsbeständen sowie Schlachtbetrieben wurden Proben genommen. Eindeutige Ergebnisse habe man aber nicht erzielen können.
Drei ältere Opfer
Bei den Mett-Opfern handelt es sich nach Angaben des Thüringer Ministeriums um eine 46-jährige Frau sowie einen 65-jährigen und einen 70-jährigen Mann. Zumindest letzterer litt bereits an Vorerkrankungen. Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche bis zum Ursprung zurückzuverfolgen, ist nach Angaben von Experten ein eher komplizierter Prozess. Erschwerend wirken zeitverzögerte Krankheitsmeldungen, überregionale Fälle und komplexe Lieferketten.