

Daran hat die Bundesregierung schon seit einiger Zeit hinter den Kulissen gearbeitet: Nun ist ans Licht gekommen, dass eine neue Pflicht wohl auf Millionen Bürger zukommen könnte.
Das neue Wehrdienstgesetz trat im Januar dieses Jahres in Kraft. Sein Ziel: die Beschaffung der Soldaten, die die Bundeswehr für die Verteidigung des Landes im Falle eines Angriffs so dringend benötigt. Dabei wird auf vollständige Freiwilligkeit gesetzt – junge Männer, die nicht teilnehmen wollen, müssen lediglich zur Musterung erscheinen. Nun ist jedoch bekannt geworden, dass die Vorbereitungen der Bundesregierung für eine weitaus drastischere Alternative bereits in vollem Gange sind.
Alter Dienst wird wiederbelebt
Die Wiedereinführung der Wehrpflicht ist in den letzten Jahren zu einem umstrittenen Thema geworden. Es könnte jedoch der Tag kommen, an dem Deutschland keine Alternative mehr hat. Doch was ist mit denen, die sich weigern, Waffen zu tragen? Für sie wird nun ein alter Dienst wiederbelebt.
Es handelt sich um den Zivildienst. Ähnlich wie zuvor wird für diejenigen, die ihren Dienst nicht bei der Bundeswehr ableisten möchten, für denselben Zeitraum eine zivile Aufgabe gefunden. Man konnte seinen Dienst in der Behindertenbetreuung, in Krankenhäusern, Jugendhäusern, Altenheimen oder bei Rettungsdiensten sowie im Naturschutzbereich ableisten. Zu einem Zeitpunkt waren bis zu 20 Monate Zivildienst vorgeschrieben.
Wie der „Merkur“ berichtet, hat die Bundesregierung bereits Gespräche mit Verbänden wie den Johannitern, den Maltesern, dem NABU und dem THW geführt. 22 von 23 Verbänden haben bestätigt, dass sie im Falle einer Wiedereinführung der Wehrpflicht interessiert wären, den Wehrersatzdienstleistenden ein Angebot zu machen.
Neues Wehrdienstgesetz seit Januar 2026
Aber natürlich würde nicht nur der Zivildienst wieder eingeführt werden, sondern die allgemeine Wehrpflicht. Dies wirft die Frage auf, wie erfolgreich das neue Wehrdienstgesetz bisher gewesen ist. Aus den 298.200 Fragebögen, die bis Mitte Juni dieses Jahres verschickt worden waren, zieht das Verteidigungsministerium eine positive Bilanz, da die Rücklauf- und Registrierungsquoten gut waren. Wie der Reservistendienst jedoch hervorhebt, gab es seit der Einführung des neuen Wehrdienstgesetzes keinen wirklichen Zuwachs an tatsächlicher Truppenstärke. Auf seiner Website ist von einem „Wachstum im Schneckentempo“ die Rede.
Ab Mitte 2027 wird der Bundestag prüfen, ob die vorgeschriebenen Personalzahlen erreicht wurden. Sollten sich gravierende Schwierigkeiten abzeichnen, könnte er die Wiedereinführung der Wehrpflicht in Betracht ziehen, womit dann auch der Zivildienst wieder eingeführt würde.
Heftige Kritik aus mehreren Quellen
Angesichts des dringenden Bedarfs an Hilfskräften in vielen Bereichen könnte man meinen, dass die Aussicht auf eine Rückkehr zum Zivildienst von den verschiedenen Organisationen sicherlich begrüßt würde. Doch auch aus unerwarteter Ecke kommt Kritik: Das Bayerische Rote Kreuz – früher Einsatzort vieler Zivildienstleistender – wirft der Politik vor, die bestehenden Freiwilligendienste – wie das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) und den Bundesfreiwilligendienst (BFD) – seit vielen Jahren vernachlässigt zu haben. Anstatt nun mit erheblichem bürokratischem Aufwand neue Strukturen aufzubauen, sollten diese Dienste gestärkt und nachhaltig gemacht werden.
Erhebliche Kritik kommt auch aus der Politik: Die Vorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, erklärte gegenüber den Funke-Medien, dass ein obligatorischer Zivildienst durchaus dazu führen könnte, dass bestehende reguläre und tariflich bezahlte Arbeitsplätze verloren gehen. Zudem dürften junge Menschen nicht als „Lückenbüßer für einen Sozialstaat, den die Bundesregierung über Jahre hinweg kaputtgespart hat“ behandelt werden.
FDP-Generalsekretär Martin Hagen stellt die Frage, ob die Pläne der Bundesregierung ein Eingeständnis „des eigenen Scheiterns von CDU, CSU und SPD“ bedeuten. Schließlich, so Hagen, deuten diese Vorbereitungen für einen Ersatzdienst auf einen gewissen Mangel an Vertrauen in die derzeit unternommenen Bemühungen hin.