

Sie mögen Schlager-Musik? Ein neues Total-Verbot mit einer „schwarzen Liste“ umfasst zwölf Songs, die bei der diesjährigen „Bergkirchweih“ in der Stadt Erlangen nicht mehr abgespielt werden dürfen. Der Grund: „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“.
Die Stadt Erlangen greift zur Zensur und ließ die Wirte des Volksfestes „Bergkirchweih“ wissen, dass nicht jede Musik beim Fest abgespielt werden darf. Die schwarze Liste mit den verbannten Liedern umfasst zwölf Songs, unter anderem von Stars wie Mickie Krause.
„Das ist ein Skandal“
Vor allem geht es um populäre Mitgröl-Songs wie „Geh mal Bier holen“. Aber auch um den 80er-Jahre-Klassiker „Skandal im Sperrbezirk“ der Spider Murphy Gang rund um die fiktive Prostituierte „Rosi“. Band-Manager Jürgen Thürnau gibt sich fassungslos: „Es ist ein Skandal, dass man eine Liste mit Songs erstellt, die nicht gespielt werden sollen. Wir haben von der Stadt keine Begründung bekommen, gar nichts.“
Kritik auch von Peter Wackel
Schlagerstar Peter Wackel ist ebenfalls betroffen. Er steht mit „Joana“ auf der Schwarzen Liste, weil das Publikum im Refrain oft „problematische Zwischenrufe“ von sich geben würde, so die Begründung. Der BILD sagte der Star, der sogar selbst aus Erlangen kommt, er sei „überhaupt nicht verwundert“ über das Vorgehen der Stadt: „Die Bergkirchweih war immer ein wunderbares Fest, ich habe dort über 20 Jahre gesungen. Doch seit fünf oder sechs Jahren hagelt es immer wieder Verbote“.
Sein Fazit: „Unfassbar peinlich das Ganze. Kein Wunder, dass immer mehr Künstler maximal keine Lust auf Deutschland haben. Wir sind dann eben Urlaubssänger für Deutsche im Ausland, wo wir spielen dürfen, was wir möchten.“
Die städtische Pressestelle beruft sich bei ihrer Entscheidung auf einen Stadtratsbeschluss aus dem Jahr 2021. CSU, Linke und SPD stimmten damals dafür, dass keine Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ gespielt werden dürfen. Von einem Verbot sei keine Rede, vielmehr gehe es um eine „Sensibilisierung“. Allerdings haben die Wirte wahrscheinlich wenig Spielraum für Widerstand, wenn sie den Grund direkt von der Stadt mieten.
Verbote wie dieses können auch nach hinten losgehen, etwa 2022, als die Stadt Würzburg 2022 „Layla“ verbot. Der Partyschlager erhielt in der Folge über 70 Millionen Klicks auf YouTube und wurde zum Kulthit.
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Das war schon einmal so . Da wurde der Charleston und die Nega Musik verpönt ! Wer sich solche Gedanken macht, hat nichts weiter zu tun!