Italienischer Katastrophenschutz in höchster Alarmbereitschaft nach neuem Beben

Der Boden unter der italienischen Region rund um die Millionenstadt Neapel kommt nicht zur Ruhe. Nach einem weiteren schweren Erdbeben heute in den frühen Morgenstunden hat der italienische Katastrophenschutz beschlossen, die gesamte Bevölkerung rund um den Supervulkan an den Phlegräischen Feldern zu evakuieren. Betroffen sind mehr als 800 Familien, die wahrscheinlich nie mehr nach Hause zurückkehren können.

Massenevakuierung von Ortschaft 

Das vorerst letzte Erdbeben heute Morgen maß zwar „nur“ die Stärke 3 auf der Richterskala, gehörte aber zu einer langen Serie von weitaus stärkeren Beben in den vergangenen Wochen.  In der malerischen Kleinstadt Pozzuoli deuten die Behörden jetzt die Erdbebenserie als ein sicheres Anzeichen, dass eine weitaus größere Katastrophe, der Ausbruch des Supervulkans, bevorsteht. Deshalb wurde jetzt die Massenevakuierung in Gang gesetzt, in der die Einwohner in Pozzuoli in andere Städte und Dörfer in der Region umgesiedelt werden. Laut Angaben des italienischen Katastrophenschutzes wurden bereits viele der Gebäude durch die wiederholten Beben so stark beschädigt, dass sie nicht mehr als bewohnbar angesehen werden können. 

Bevölkerung empört

Der Räumung war eine Reihe von Demonstrationen der Lokalbevölkerung vorangegangen, die Antworten auf die Frage verlangten, welche Vorsichtsmaßnahmen die örtlichen Behörden und die italienische Regierung für den gefährdeten Bereich ausgearbeitet haben. Die Situation verschlimmert sich weiterhin, weil viele der Evakuierten keine andere Bleibe finden können und in den dürftigen Notunterkünften bleiben müssen. Viele Hauseigentümer in Süditalien vermieten ausschließlich an Feriengäste, und die Evakuierten berichten von unbezahlbaren Mieten oder Problemen, weil Hauseigentümer weder Kinder noch Haustiere in ihren Häusern beherbergen wollen.

Zukünftige Geisterstadt

In der Zwischenzeit setzt der Katastrophenschutz gemeinsam mit der örtlichen Feuerwehr die Evakuierung des Gebiets fort.  Im Laufe der vergangenen Woche kam es zu rund 1200 Einsätzen, in denen 198 Gebäude mit 930 Wohneinheiten leer geräumt wurden. Weitere 144 Einsätze stehen noch aus. Wenn diese vollendet sind, wird der einst lebendige Ort voraussichtlich zur Geisterstadt.

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Alexander Grünstedt