Saudi-Arabien stellt Öllieferungen nach Europa ein

Die Sorge über die Spritpreise an den Tankstellen wächst und vielerorts sprechen Tankstellenbetreiber und Energielieferanten von Horrorszenarien, in denen Autofahrer über 3 Euro pro Liter an der Zapfsäule zahlen müssen. Hauptverantwortlich für die globale Krise ist der Krieg gegen den Iran, der von den Vereinigten Staaten gemeinsam mit Israel angezettelt wurde. Der Krieg zieht immer größere Kreise und zunehmend mehr Länder im Nahen Osten involvieren sich in den Konflikt. Die wichtigsten Transportrouten für Rohöl werden teilweise von militanten Gruppierungen kontrolliert, die dem Westen und Europa feindlich gesinnt sind. Jetzt steht auch die Überlandlieferung durch Pipelines von den Ölfeldern in Saudi-Arabien in Gefahr, abgestellt zu werden. Saudi-Arabien hat gerade verkündet, dass das Land im Oktober nicht imstande sein wird, Europa mit Öl zu versorgen. 

Lieferstopp an Europa

Der Hintergrund für den Lieferstopp für deutsche und europäische Tankstellen sind dringend notwendige Reparaturen an der Ost-West-Pipeline, die durch einen Angriff von iranfreundlichen Milizen im Irak beschädigt wurde. Während man zuerst davon ausging, dass die Pipeline schleunigst repariert wird, dauern die Arbeiten allerdings länger an, als erwartet. Deshalb dreht der saudische Ölkonzern Saudi Aramco jetzt den Ölhahn für rund 30 Tage völlig ab. Die Transportsperre beginnt am 1. Oktober und wird den ganzen Monat über anhalten. In Europa hat die Nachricht bereits Alarm ausgelöst und sowohl die großen Ölkonzerne als auch Tankstellenkunden haben angefangen, zu hamstern. 

Italien ergreift eigene Maßnahmen 

In der Zwischenzeit hat die italienische Regierungschefin Giorgia Meloni nicht nur Maßnahmen vorgenommen, die den Spritpreisschock in Italien etwas lindern sollen, indem sie die Kfz‑Steuer für den Zeitraum von einem Jahr entfernt. Sie hat auch angedroht, italienische Kriegsschiffe in die Meerenge von Bab al-Mandab zu entsenden, um Handelsschiffe eine sichere Durchfahrt durch das Rote Meer vor möglichen Angriffen der iranfreundlichen Huthi-Miliz zu gewährleisten. Dabei wies ihr Verteidigungsminister Guido Crosetto darauf hin, dass man nicht auf eine gemeinsame europäische Entscheidung über die Zukunft des Handelsverkehrs und der Ölversorgung im Nahen Osten warten kann, besonders wenn diese sich aufgrund bürokratischer Prozesse ins Unendliche hinziehen. „Wir verfügen über die Fähigkeiten, die Durchfahrt zu schützen”, sagte er in einer Pressekonferenz mit der italienischen Presse. 

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Alexander Grünstedt