Syrien-Wiederaufbau: Organisation fürchtet Ausschluss Behinderter

Über 28 Prozent der syrischen Bevölkerung, die auf humanitäre Hilfe angewiesen ist, haben eine Behinderung.

Das geht aus einem am Sonntag veröffentlichten Bericht der Hilfsorganisation Handicap International (HI) hervor. Die Organisation teilte weiter mit, dass Menschen mit Behinderung weitgehend von Wiederaufbauprogrammen ausgeschlossen seien, da viele Krankenhäuser und Schulen nicht barrierefrei gestaltet seien. Zudem sei die medizinische Versorgung in Syrien stark eingeschränkt.

Das syrische Gesundheitssystem ist laut des Berichts stark beeinträchtigt. Nur 57 Prozent der Krankenhäuser seien voll funktionsfähig, und mehr als die Hälfte des Gesundheitspersonals habe das Land verlassen. Rehabilitationsspezialisten wie Physiotherapeuten und Prothesentechniker seien außerhalb der Großstädte kaum verfügbar. Die Zahl der Opfer durch Minen und Blindgänger sei alarmierend hoch. Zwischen Dezember 2024 und Mai 2026 wurden 2.288 Opfer registriert, darunter 808 Tote und 1.477 Verletzte. Besonders betroffen seien Kinder, die häufig Opfer von Explosivwaffen würden.

Auch im Bildungsbereich gebe es erhebliche Defizite. Viele Schulen in Syrien seien nicht barrierefrei, was den Zugang für Kinder mit Behinderungen erschwere. Nur 41 Prozent der untersuchten Schulen entsprachen den Mindeststandards für Barrierefreiheit. Lehrerfortbildungen zu inklusiver Bildung seien nicht vorhanden, und über 60 Prozent der schulpflichtigen Kinder mit schweren Behinderungen hätten noch nie eine Schule besucht.

dts Nachrichtenagentur

Foto: Syrer in Deutschland feiern den Sturz von Assad in Syrien (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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