

Die „Most Wanted“-Liste der amerikanischen Bundespolizei FBI ist sagenumwoben und bildet die Grundlage für unzählige Hollywood-Filme, Krimis und True-Crime-Bücher. Dieser Katalog der schwersten Verbrecher in den Vereinigten Staaten wird regelmäßig aktualisiert, um Neuzugänge und Abgänge, die von der Polizei gefasst wurden oder verstorben sind, festzuhalten. In der neuesten Aktualisierung wurde auch ein Deutscher in das Verzeichnis inkludiert, der laut dem amerikanischen Rechtswesen rund 20 Millionen Euro von Kunden veruntreut haben soll. Bernhard Eugen Fritsch (65) hat es allerdings geschafft, sich in sein Heimatland abzusetzen, und wurde zuletzt an einem deutschen Flughafen gesichtet.
Mehrfach durchs Netz gegangen
Laut Angaben des FBI hat Fritsch im Jahre 2014 eine Techfirma im amerikanischen Bundesstaat Kalifornien gestartet, die eine Software entwickeln sollte, die Prominenten und Influencern dabei helfen kann, ihre Profile und Marken in Form von gezielten Kampagnen zu Geld zu machen. Fritsch erhielt rund 35 Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa 30 Millionen Euro, von begeisterten Investoren. Einen Großteil der erhaltenen Investitionen hat der Deutsche allerdings nicht in die Firma, sondern in teure Autos, wertvolle Immobilien und einen überhaupt luxuriösen Lebensstil angelegt. Der Schwindel flog drei Jahre später auf und der deutsche Trickbetrüger wurde vor Gericht gestellt. Im Frühjahr letzten Jahres hatte ein kalifornischer Gerichtshof ihn zu 15 Jahren Haft verdonnert, Fritsch erschien allerdings nicht zu der Urteilsverkündung. Das FBI spürte ihn in Mexiko auf, wo er von den Behörden kurzzeitig festgenommen und gegen Kaution wieder freigelassen wurde, unter der Auflage, sich regelmäßig zu melden.
Nach Deutschland abgesetzt
Trotz der Auflage und der Überwachung durch die mexikanische Polizei ist es dem deutschen Trickbetrüger schließlich gelungen, sich nach Deutschland abzusetzen. Zuletzt wurde er auf dem Flugplatz in München gesichtet und das FBI ist davon überzeugt, dass Fritsch, der sich zeitweise auch Charles, oder Karl, Wiest nennt, sich immer noch in der Bundesrepublik aufhält. Um die Jagd auf den Trickbetrüger interessanter zu machen, haben die amerikanischen Behörden jetzt eine Belohnung von 150 000 US-Dollar, umgerechnet 130 000 Euro, für Hinweise ausgesetzt, die zur Verhaftung von Bernhard Eugen Fritsch führen. Laut der Gesetzeslage hierzulande kann er als deutscher Staatsbürger zwar nicht an die Vereinigten Staaten ausgeliefert werden, stattdessen kann aber ein Verfahren gegen ihn in einem deutschen Gerichtshof eingeleitet werden.