

Eine Nachricht, die Bayern erschüttert: Hubert Aiwanger ist tot. Der stellvertretende Ministerpräsident und Wirtschaftsminister des Freistaats wurde am Mittwoch, dem 4. November, leblos aufgefunden. Er wurde nur 55 Jahre alt. Sein plötzlicher Tod löste parteiübergreifend Bestürzung aus. Bislang geben die Umstände seines Todes noch einige Rätsel auf. Ermittlungen sind im Gange.
Aiwanger hatte am Mittwoch bei der Eröffnung des Hauptstadtbüros der Freien Wähler eine Rede halten sollen. Doch der Politiker fühlte sich offenbar nicht wohl und ließ sich vertreten. Nach Informationen des „Tagesspiegels“ hatte er bereits ein für den Morgen geplantes Interview abgesagt. Zunächst war in Parteikreisen von einer Magen-Darm-Erkrankung die Rede gewesen.
Plötzlicher Tod in einem Berliner Hotel
Später war Aiwanger dann nicht mehr erreichbar. Schließlich wurde er leblos in seinem Hotelzimmer im Berliner Stadtgebiet entdeckt. Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte den Todesfall. Die genaue Todesursache war zunächst jedoch nicht offiziell bekannt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der 6. Mordkommission des LKA Berlin dauern an.
Die Nachricht verbreitete sich am Mittwochabend in Windeseile. In Bayern und darüber hinaus reagierten Politiker mit großer Betroffenheit. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schrieb auf X: „Der plötzliche Tod von Hubert Aiwanger ist eine absolute Tragödie. Wir sind alle zutiefst geschockt.“ Seine Gedanken und sein Mitgefühl seien nun vor allem bei Aiwangers Familie und seinen Kindern. „Wir trauern mit ihnen und beten für sie“, erklärte Söder.
Auch Landtagspräsidentin Ilse Aigner zeigte sich tief erschüttert. Aiwanger sei „mitten aus dem Leben gerissen“ worden. Sein unerwarteter Tod sei ein schwerer Verlust für den Bayerischen Landtag und die Politik im Freistaat, erklärte sie. CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann würdigte ihn als „streitbar, aber unbestreitbar einen Vollblutpolitiker, der Bayern geprägt hat“.
Vom Niederbayern zum Gesicht der Freien Wähler
Hubert Aiwanger gehörte über viele Jahre zu den bekanntesten und prägendsten Politikern Bayerns. Der Niederbayer stand seit 2006 an der Spitze des Landesverbands der Freien Wähler. 2008 zog er erstmals in den bayerischen Landtag ein. Zehn Jahre später gelang seiner Partei gemeinsam mit der CSU der Eintritt in die Landesregierung. Aiwanger wurde Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident.
Auch bundesweit wollte er den Einfluss seiner Partei ausbauen. Als Bundesvorsitzender der Freien Wähler war er regelmäßig in Berlin präsent. Sein direkter, oft polarisierender Auftritt machte ihn zu einer bekannten Figur weit über die Grenzen Bayerns hinaus. Zugleich blieb seine politische Laufbahn nicht ohne Kontroversen. Besonders die Debatte um ein antisemitisches Flugblatt aus seiner Schulzeit hatte 2023 für erhebliche öffentliche Kritik gesorgt.
Privat lebte Aiwanger mit der Freie-Wähler-Landrätin Tanja Schweiger zusammen. Das Paar hatte zwei Kinder. Gerade ihnen und seinen Angehörigen gilt in diesen Stunden das Mitgefühl vieler Menschen.
Ein politisches Leben, das über Jahrzehnte von Auseinandersetzungen, Erfolgen und öffentlichen Debatten geprägt war, ist auf tragische Weise zu Ende gegangen. Die Umstände seines Todes müssen nun weiter geklärt werden. Für seine Familie bleibt zunächst vor allem eines: der Verlust eines Menschen, der viel zu früh aus dem Leben gerissen wurde.
Foto: Hubert Aiwanger (Archiv), via dts Nachrichtenagentur