

Der Krieg gegen den Iran hat nicht nur extreme Folgen für den Flugverkehr, sondern auch auf den Rest des Tourismussektors. In den Golfstaaten, die bisher jedes Jahr rund 2,5 Millionen deutsche Touristen willkommen hießen, sorgt man sich sehr über die Zukunft der Region als Urlaubsziel. Dabei erhofft man sich, dass die augenblicklichen Friedensverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran bald wieder in Ruhe in der unter Beschuss geratenen Region einkehren werden und die Kriegshandlungen bei potenziellen Urlaubern in Vergessenheit geraten. Jetzt kommen allerdings vernichtende Meldungen von einem der größten Lieferanten ausländischer Touristen. Der deutsche Kreuzfahrtanbieter AIDA, eine Tochtergesellschaft der amerikanischen Carnival Cruise Line, ist gerade eifrig dabei, Kreuzfahrten in den Nahen Osten über Jahre hinweg zu stornieren.
Schlechte Erfahrung im Persischen Golf
Laut einer Meldung der deutschen Reederei, die für die Kreuzfahrten verantwortlich ist, betrachtet man dort die Situation im Nahen Osten trotz ständiger Versicherungen um Frieden seitens des amerikanischen Präsidenten Donald Trump als unzuverlässig. Während der Kriegshandlungen war besonders ein Kreuzfahrtschiff der AIDA-Reederei, die Mein Schiff 4, beim Durchqueren der Hormus-Meerenge auf der omanischen Seite in die Gefahrenzone geraten. Die feindlich gesinnte iranische Revolutionsgarde schoss mehrere Raketen auf den Cruiseliner, die zwar ihr Ziel verfehlten, aber Angst und Schrecken unter den Passagieren und der Besatzung auslösten. Die Kreuzfahrtgesellschaft hat deshalb den gesamten Orient als Reiseziel völlig aus dem Programm herausgenommen.
Umbuchung oder Rückerstattung möglich
Für Passagiere, die bereits gebucht haben, bedeutet dies eine Stornierung ihrer Reise. Die Stornierungen gelten langfristig und betreffen alle Kreuzfahrt-Angebote der AIDA-Linie bis zum Jahr 2028. Laut der Geschäftsleitung in AIDA sollen die Passagiere andere Kreuzfahrten angeboten bekommen, oder sie können eine Rückerstattung des bereits gezahlten Betrags verlangen. Andere große Kreuzfahrt-Anbieter wie TUI Cruises, Costa und MSC Cruises haben bisher nur ihre Fahrten im Orient für den kommenden Winter kanzliert.