Albtraum an beliebtem Ostseestrand: Hunderte Badegäste benötigen medizinische Versorgung

Strahlender Sonnenschein, ruhiges Wasser – die Ostsee von ihrer schönsten Seite: Die in diesem Jahr ungewöhnlich frühen und ungewöhnlich hohen Temperaturen locken Tausende von Gästen an den Strand, doch für viele wurde die ersehnte Abkühlung schnell zum Albtraum.

Hunderte von Badegästen betroffen
Die Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hatten am vergangenen Wochenende plötzlich alle Hände voll zu tun. Niemand hätte ahnen können, wie schlimm es noch werden würde, als Badegäste am beliebten Fehmarner Südstrand bei Burg auf Fehmarn plötzlich begannen, aus dem Wasser zu eilen.

Wie die DLRG mitteilt, benötigten innerhalb eines einzigen Wochenendes 273 Badegäste medizinische Versorgung. Alle waren von Feuerquallen gestochen worden! Das unerwartet frühe Auftauchen der Tiere vor dem Strand ist laut DLRG wahrscheinlich auf die außergewöhnlich warmen vorherrschenden Temperaturen zurückzuführen.

Glücklicherweise wurden die wenigsten Menschen gravierend verletzt. Wie Christine Karaagac, Sprecherin des DLRG, erklärt, waren die Feuerquallen größtenteils sehr klein und die Stiche konnten direkt an der Wachstation behandelt werden. Es handelte sich in diesem Fall nicht um „eine große Gefahr“, sodass kein Grund bestand, die Badegäste vom Wasser fernzuhalten.

Andere Gefahren sind weitaus schlimmer
Obwohl Stiche von Feuerquallen Quaddeln verursachen können, fühlen sie sich in der Regel wie ein Brennnesselstich an und sind grundsätzlich nicht lebensbedrohlich. Strandbesucher sollten sich jedoch bewusst sein, dass im Laufe des Sommers Quallen nicht die einzige Gefahr in der Ostsee darstellen. Die schnelle Erwärmung des Meeres kann auch dazu führen, dass andere, weitaus gefährlichere Organismen auftauchen:

Bei Meerestemperaturen von 20 Grad und mehr vermehren sich Vibrionen rasant. Diese Bakterien können schwere Infektionen auslösen, wenn sie auch nur in die kleinste Wunde gelangen.

Die wärmeren Temperaturen begünstigen zudem das Wachstum von Blaualgen: Dabei handelt es sich eigentlich um Cyanobakterien, von denen einige gefährliche Giftstoffe produzieren können, die zu Übelkeit, Durchfall oder Hautausschlägen führen können. Ihr Vorkommen trübt das Wasser und kann zur Bildung dicker, schleimiger Algenmatten und Schaum an der Oberfläche führen.

Schwimmern wird empfohlen, stets auf die am Wachturm gehissten Flaggen zu achten. Eine rote Flagge weist auf eine ernsthafte Gefahr hin, und Strandbesucher sollten sich besser nicht ins Wasser begeben.

Erste Hilfe bei Stichen von Feuerquallen
– Waschen Sie die betroffene Stelle mit Salzwasser ab (niemals mit Süßwasser!)
– Versuchen Sie, die Nesselzellen mit einer Pinzette vorsichtig von der Haut zu entfernen.
– Alternativ können Sie die betroffene Stelle mit Rasierschaum bedecken, der dabei hilft, die Nesselzellen zu binden, und dann mit einer stumpfen Kante – wie der Rückseite eines Messers oder der Kante einer Kreditkarte – die Stelle vorsichtig abschaben.

Gefahr durch Vibrionen und Blaualgen: Sollten Sie, ein Familienmitglied oder ein Haustier nach dem Schwimmen im Meer schwere Symptome zeigen – Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, starken Hautausschlag – oder eine Wunde haben, die plötzlich hellrot geworden ist, sich warm anfühlt oder Blasen bildet, suchen Sie sofort einen Arzt auf.

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Oskar Herbert