

Zum ersten Mal seit der Einführung von Lebensmittel-Discountern ist der Markt für billige Lebensmittel rückläufig und die Einzelhändler müssen sich eine neue Strategie einfallen lassen, um dem sogenannten Umsatzdruck entgegenzuwirken. Erhöhte Konkurrenz und die immer kleiner werdende Gruppe der Big-Trolley-Einkäufer – Kunden, die ihre Einkaufswagen mit Artikeln für mehr als 100 Euro auffüllen – machen besonders Aldi Süd zu schaffen. Deshalb hatte die Geschäftsleitung bereits im vergangenen Jahr beschlossen, mehrere Standorte für immer aus dem Stadtbild zu entfernen. Die erste Runde der Branchenschließungen wurde bereits im Februar abgeschlossen, aber ein weiterer Abbau wird über das Jahr hinweg vorangetrieben.
Altes raus, Neues rein
Zu den Filialen, die Aldi Süd bereits geschlossen hat, gehören die Läden in Esslingen (Baden-Württemberg), Offenburg (Baden-Württemberg), Freising (Bayern), Aschaffenburg (Bayern), Augsburg (Bayern) und Worms (Rheinland-Pfalz). Auch Aldi Nord entschloss sich dazu, mehrere Filialen dichtzumachen, darunter die Läden in Hamburg-Hamm, Hamburg-Barmbek, Hamburg-Wilhelmsburg, und Bremen-Gröpelingen sowie in Berlin-Lichtenberg und Berlin-Neukölln. Nach Angaben von Aldi handelt es sich bei den geschlossenen Standorten um Läden, die zu den älteren Standorten aus den 1980er und 1990er Jahren gehören. Das Ziel sei, weniger, aber größere Läden zu betreiben, die auch den Bedürfnissen der Kunden besser entgegenkommen. Dabei fokussiert der Discounter besonders auf Schnellladesäulen für E-Fahrzeuge und Selbstbedienungskassen. Welche weiteren Filialen der Discounter im Norden und Süden schließen werden, gaben die Geschäftsleitungen noch nicht bekannt.
Big in Amerika
Während Aldi sich in Deutschland mit Umsatzeinbußen auseinandersetzen muss, erlebt der Discounter einen wahren Kundenansturm in den USA. Gemeinsam mit Lidl gehört Aldi dort mittlerweile zu den beliebtesten Supermärkten. Aldi Süd betreibt bereits 2500 Filialen in 38 der amerikanischen Bundesstaaten und will in diesem Jahr weitere 180 eröffnen. Die enorme Popularität der deutschen Discounter wird der ständig fallenden Kaufkraft der Amerikaner zugeschrieben. Unter dem augenblicklichen Präsidenten Donald Trump hat die Inflation ein Rekordniveau erreicht und auch die Arbeitslosigkeit in den USA steigt kontinuierlich. In Aldi Süd ist man davon überzeugt, mit einer Investition von etwa 9 Milliarden US-Dollar bis Ende 2028 zum drittgrößten Einzelhändler in den Vereinigten Staaten gekürt zu werden.