

Die Geburtenraten in Deutschland sinken erschreckend schnell und geben Grund zur Besorgnis. Für die Behörden sind die Geburtenzahlen eine Planungsgrundlage dafür, wie in Zukunft die Kinderbetreuung, Schulen, Ausbildungs- und Studienplätze und sogar die Rentensicherheit der Bevölkerung geregelt werden sollen.Viele Frauen scheuen sich davor, Kinder zur Welt zu bringen, weil sie sowohl beruflich als auch von einem finanziellen Standpunkt aus zu viel zu verlieren haben.
Halbiert seit den 60iger Jahren
Zurzeit liegt die Geburtenrate in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt bei 1,35 Kindern pro Frau. Im Jahre 2024 wurden 677 117 Neugeborene in Deutschland registriert. Das war etwa die Hälfte der Geburten, die im Jahr 1964 registriert wurden. Deutschland ist nicht die einzige Nation, die unter dem Kinderschwund leidet. Im Nachbarland Frankreich soll jetzt ein aufsehenerregender Brief dafür sorgen, dass Frauen wieder Kinder bekommen.
Persönliches Schreiben von Macron
Im Ausgangspunkt ist Frankreich sogar besser gestellt als Deutschland. Dort fallen immerhin noch etwa 1,62 Kinder auf jede Frau. Allerdings bewegt sich auch dort der Trend abwärts und im vergangenen Jahr überstiegen zum ersten Mal in der Geschichte des Landes die Sterbezahlen die der Geburten. Deshalb will der (kinderlose) französische Präsident Emmanuel Macron jetzt in einem Brief, der sich auf „zielgerichtete, ausgewogene und wissenschaftlich begründete Information über Themen wie Verhütung, sexuelle und reproduktive Gesundheit” beruft, junge Frauen zum Kinderkriegen auffordern. Dabei will der Brief besonders auf die Merkmale der „biologischen Uhr“ hinweisen.
Verschiedene Maßnahmen im Angebot
Neben der Aufforderung „Faites l’amour!“ verspricht das französische Landesoberhaupt, dass der Staat mehr Maßnahmen, wie Kinderbetreuung und rechtliche Sicherung für berufstätige Mütter ergreifen wird. Auch das Einfrieren von Eizellen wird als Lösung vorgeschlagen, um die biologische Uhr zu schlagen. Im Ausgangspunkt war der Brief an Frauen im Alter von 29 bis 37 Jahren gerichtet. Jetzt werden auch Männer ab 29 Jahren in den Briefverkehr einbezogen. Das ungewöhnliche amtliche Schreiben ist nicht bei allen gut angekommen. Das ungewöhnliche amtliche Schreiben ist nicht bei allen gut angekommen. Viele Franzosen betrachten den Inhalt als peinlichen oder gar unverschämten Eingriff seitens des Staates in ihr Privatleben. Ob ein ähnlicher Schriftverkehr hierzulande, mit einer persönlichen Meldung von Bundeskanzler Friedrich Merz oder gar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, an deutsche Frauen im gebärfähigen Alter losgeschickt wird, ist unwahrscheinlich.