

Extreme Hitze und Dürre setzen derzeit weiten Teilen Europas schwer zu. Beliebte Urlaubsländer kämpfen mit beängstigenden Waldbränden, während eine Hitzewelle nach der anderen über sie hereinbricht. Doch Waldbrände sind derzeit nicht die einzige große Gefahr.
Der Wasserstand der Donau ist kritisch niedrig. Die Schifffahrt leidet unter erheblichen Beeinträchtigungen, da immer weniger Wasser flussabwärts fließt. In Rumänien ist der Wasserstand so niedrig, dass nicht mehr genügend Wasser zur Verfügung steht, um das Kernkraftwerk Cernavodă sicher zu kühlen. Daher müssen nun extreme Maßnahmen ergriffen werden.
Teile der Donau müssen gesprengt werden
Cernavodă ist Rumäniens einziges Kernkraftwerk. Mit seinen zwei Reaktoren liefert es normalerweise rund 20 Prozent des rumänischen Stroms. Pläne für zwei weitere große Kernreaktoren sind bereits in Arbeit. Nun hat sich die Lage jedoch schlagartig geändert.
Bei dem derzeitigen extrem niedrigen Wasserstand liefert der Fluss einfach nicht genug Wasser, um die bei der Kernspaltung entstehende Wärme abzuführen. Infolgedessen musste bereits ein Reaktor abgeschaltet werden. Doch ohne Kühlwasser, so warnen die Behörden, ist das gesamte Kraftwerk gefährdet. Es werden großflächige Stromausfälle befürchtet.
Um die Stromversorgung Rumäniens zu sichern, sind nun extreme Maßnahmen erforderlich: Am Sonntag erschütterte eine gewaltige Explosion die Donau, als das rumänische Militär 180 kg Sprengstoff zündete, um die Felsformation Pârjoaia zu entfernen, die den Wasserfluss des Flusses teilweise behinderte. Doch das ist erst der Anfang: Als nächsten Schritt muss nun am Bala-Arm eine Unterwasserbarriere errichtet werden, um Wasser dorthin umzuleiten, wo es benötigt wird.
Die Lage ist so dringend, dass die Bauarbeiten so schnell wie möglich abgeschlossen werden müssen: Da das Kernkraftwerk derzeit nur mit der Hälfte seiner Kapazität betrieben werden kann, ist die Stromerzeugung stark beeinträchtigt. Infolgedessen haben die rumänischen Behörden für den gesamten Monat August landesweit den Notstand ausgerufen.
Donau-Pegel auf historischem Tiefstand
In mehreren Ländern ist der Wasserstand der Donau auf den tiefsten Stand seit 30 Jahren gesunken. Das rumänische Nationale Institut für Hydrologie warnt, dass die durchschnittliche Durchflussmenge der Donau an der Grenze zu Rumänien von 4.700 Kubikmetern pro Sekunde auf 1.600 Kubikmeter pro Sekunde gesunken ist – also auf weniger als ein Drittel. Nicht nur Rumänien, sondern auch Ungarn und Serbien sind stark betroffen. Wie die BBC berichtet, ist Ungarn gezwungen, sein einziges Kernkraftwerk vollständig abzuschalten. Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat gewarnt, dass die Energieversorgung Ungarns in dieser Woche aufgrund der Abschaltung des Kraftwerks und der anhaltenden Hitzewelle „kritisch“ werden könnte.