Bestialischer Gestank schockt Bodenseeregion: Was ist das?

In Friedrichshafen am Bodensee sorgt ein rätselhaftes Geruchsphänomen für Ärger. Immer wieder melden Bewohner aus dem Osten der Stadt einen unangenehmen Gestank, der vor allem während der Nachtstunden auftreten soll. Woher er stammt und wodurch er verursacht wird, ist bislang völlig unklar.

Neu ist das Problem offenbar nicht: Bereits seit etwa 2017 erreichen die Stadt entsprechende Beschwerden. Die Gerüche treten jedoch nicht regelmäßig und auch nicht überall gleichzeitig auf. Das erschwert die Suche nach ihrem Ursprung erheblich. Nach Angaben der Stadt könnten jahreszeitliche Einflüsse oder bestimmte Wetterlagen eine Rolle spielen.

Auch Einsätze der Feuerwehr führten bislang nicht zur Lösung. Zwar wurden Messungen vorgenommen, die verantwortlichen Stoffe ließen sich dabei jedoch nicht bestimmen. Aus den bisherigen Hinweisen der Bevölkerung konnte ebenfalls kein konkreter Verursacher abgeleitet werden.
Die Umweltabteilung der Stadt hat deshalb bereits im Frühjahr ein qualifiziertes Gutachterbüro eingeschaltet. Dessen Fachleute sollen die verschiedenen Beobachtungen systematisch auswerten und auf diese Weise mögliche Muster erkennen. Dabei setzt die Kommune nun verstärkt auf die Mithilfe der betroffenen Anwohner.

Über einen Online-Fragebogen können sie festhalten, wo und wann sie den Gestank wahrgenommen haben, wie lange dieser anhielt und woran der Geruch erinnerte. Zur Auswahl stehen unter anderem Beschreibungen wie „ranzig“, „süß“, „chemisch“ oder „Gülle“. Je genauer die Angaben ausfallen, desto besser lassen sich mögliche Zusammenhänge zwischen Ort, Zeitpunkt und Witterung untersuchen.
Der Erfassungsbogen richtet sich ausschließlich an Menschen, die den Geruch im Gebiet Friedrichshafen-Ost bemerken. Andere Teile der bei Urlaubern beliebten Stadt, darunter die Hafenpromenade, sind nach bisherigem Stand nicht betroffen.

Ob die Untersuchung tatsächlich zu einer bestimmten Anlage, einem Betrieb oder einer natürlichen Ursache führt, ist derzeit offen. Zunächst müssen genügend verwertbare Meldungen zusammenkommen. Erst dann kann das Gutachterbüro mögliche Quellen eingrenzen und der Stadt weitere Schritte empfehlen. Bis dahin bleibt der nächtliche Gestank am Bodensee ein ungelöstes Rätsel, was doch zahlreiche Menschen nervös machen dürfte.

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Jerry Heiniken