

Hotelname, Reisezeitraum und Buchungsnummer stimmen – trotzdem kann hinter einer Nachricht ein Betrugsversuch stecken. Sicherheitsforscher haben Angriffe mit Bezug zu 49 Unterkünften in Deutschland identifiziert.
Die Nachricht wirkt wie eine Rückfrage zur Reise: Angeblich gibt es ein Zahlungsproblem, die Kreditkarte müsse erneut bestätigt werden. Wer dem beigefügten Link folgt, landet jedoch auf einer gefälschten Internetseite. Dort versuchen Kriminelle, Daten abzugreifen.
Wie groß das Ausmaß ist, zeigt eine Untersuchung von Gen, dem Unternehmen hinter Norton. Die Forscher ordneten betrügerische Nachrichten und Internetseiten weltweit 350 Unterkünften in 50 Ländern zu. Deutschland lag mit 49 Betrieben vor Frankreich mit 35 und Großbritannien mit 31. Die Ergebnisse wurden bereits im Mai 2026 veröffentlicht, werden aber erst jetzt intensiv thematisiert.
Die als „Reservation Hijacking“ bezeichnete Masche nutzt Informationen aus tatsächlichen Buchungen. Dadurch erscheinen die Nachrichten glaubwürdig. Sie können per E-Mail, SMS, WhatsApp oder über das Nachrichtensystem einer Buchungsplattform eintreffen.
Die Untersuchung bedeutet nicht, dass sämtliche genannten Hotels selbst gehackt wurden. Als mögliche Quellen der Daten nennen die Forscher auch kompromittierte Partnerkonten, E-Mail-Postfächer, Hotelsoftware und externe Dienstleister. Erfasst wurden Fälle, die sich einer Unterkunft zuordnen ließen.
Reisende sollten sich weder durch korrekte Buchungsdetails noch durch Zeitdruck zur Dateneingabe verleiten lassen. Auch eine Nachricht im vertrauten Buchungschat ist kein sicherer Echtheitsbeleg.
Bei Zweifeln empfiehlt die Verbraucherzentrale, die Unterkunft über unabhängig recherchierte Kontaktdaten anzurufen. Zahlungsbedingungen sollten mit der Buchungsbestätigung abgeglichen werden. Wer bereits Kartendaten preisgegeben hat, sollte umgehend seine Bank kontaktieren. Auch ein Anruf bei der Verbraucherzentrale kann helfen, um das genaue Vorgehen bei einem Betrug zu besprechen.