Bundeskanzler geht hohes Risiko in Kiew ein

Über Nacht ist der Bundeskanzler mit dem Zug nach Kiew gereist und wurde am Bahnhof von einem Luftalarm überrascht. Dieser dauerte 30 Minuten und bedeutet immer noch ein großes Risiko von Raketeneinschlägen, wie Kiews Bürgermeister Klitschko sagte.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist es kurz nach der Ankunft von Bundeskanzler Olaf Scholz zu einem Luftalarm gekommen, der erst nach rund einer halben Stunde beendet wurde. Doch auch aus verschiedenen anderen Regionen des Landes kamen vergleichbare Meldungen. Zusammen mit den Präsidenten von Frankreich und Italien, Macron und Draghi, will der Kanzler vor Ort Gespräche mit Regierung in Kiew führen.

Als ein großes Zeichen der Anteilnahme bezeichnete der Bürgermeister der Stadt, Vitali Klitschko, den Besuch in seiner Heimat. Doch gleichzeitig warnte er davor, dass trotz alledem jederzeit Raketen in der Stadt einschlagen könnten. Gegenüber Medien sagte er: „Das ist ein Zeichen großer Unterstützung in einer Zeit, in der es immer noch ein Risiko ist, Kiew zu besuchen, denn es können weiter jederzeit Raketen einschlagen.” Der Besuch in der Hauptstadt der Ukraine hat „vor allem große Symbolbedeutung und zeigt die Unterstützung für die Ukraine in Zeiten des Krieges”. Nur ein Ende der Kämpfe könne für eine ausreichende Stabilität in Europa sorgen.

Die drei Staatsoberhäupter wollen mit dem Präsidenten der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, über weitere Hilfen und die gewünschte Aufnahme des Landes in die Europäische Union sprechen. Parallel dazu wurde bekannt, dass auch Klaus Iohannis, Staatspräsident von Rumänien, in Kiew zugegen ist.

Obwohl seit dem Beginn der Kämpfe schon viele ausländische Politiker in der Krisenregion waren, stellt der jetzige Besuch ein Novum dar, denn mit Scholz, Macron und Draghi sind die Repräsentanten der drei stärksten Euroländer vor Ort. Der ukrainische Präsident fordert von den Ländern des Westens weiterhin die Lieferung von schweren Waffen, um im Kampf gegen den Aggressor bestehen zu können. Parallel dazu hatte das Land auch um eine Mitgliedschaft in der EU gebeten. Über dieses Gesuch soll bereits nächste Woche auf dem EU-Gipfel abgestimmt werden.

Als ein wichtiges Signal betrachtet auch der Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, den Besuch des Bundeskanzlers in seinem Land. Es bedarf einer dringenden Neujustierung der deutschen Unterstützung für das überfallene Land, so der Botschafter.

5 Kommentare

  1. Diese Reise ist ihr Geld nicht wert!
    Nur freundliche Worte!
    Gerade wir Deutsche sollten aufpassen, dass wir nicht in den Krieg hinein rutschen.

  2. Dass es reine Höflichkeit ist, können nicht mal Pflichten verheimlichen. Gut so. Der Organisator muss selber ran. Und wiederhole: Arme Gefangenen nur gegen ihre Anführer tauschen.

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