

Aber hier konnte ich doch immer bar bezahlen? Millionen von Bürgern müssen plötzlich die unangenehme Erfahrung machen, dass Bargeld an immer mehr Orten einfach keine Option mehr ist.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) hat einen höchst beunruhigenden Bericht veröffentlicht: In einer aktuellen Umfrage (Januar 2026) gaben 30 % der Teilnehmer an, dass sie in den letzten 6 Monaten in Situationen geraten sind, in denen sie nicht mit Bargeld bezahlen konnten.
Immer weniger Geschäfte akzeptieren Bargeld
Für viele Befragte führte dies zu Verwirrung, für einige sogar zu Schwierigkeiten und höheren Kosten. Bei allen löste es Besorgnis aus: Es ist, als würde Deutschland einen grundlegenden Teil seiner Identität verlieren, den man noch vor nicht allzu langer Zeit als unverzichtbaren Bestandteil des Alltags angesehen hätte.
Für viele Cafés, Geschäfte und Dienstleister ist es einfacher, nur noch elektronische Zahlungen anzunehmen. In der Regel werden die Kunden durch ein Schild darauf hingewiesen – entweder bereits an der Tür (was hilfreich ist) oder an der Kasse. Am meisten überrascht war jedoch ein Befragter, der die Sauna im Schwimmbad besucht hatte. Den Eintritt ins Schwimmbad konnte er noch bar bezahlen, aber als er nach dem Saunagang bezahlen wollte, gab es nur noch einen bargeldlosen Automaten, dessen Bedienung ihm nicht gelang. Am Ende kletterte er beschämt über die Ausgangssperre.
Ein anderer berichtet von einem Besuch einer Veranstaltung in München, bei der Kinder und Jugendliche ohne elektronische Zahlungsmittel keine Getränke bei den Verkäufern kaufen konnten.
Der öffentliche Nahverkehr wird an immer mehr Orten bargeldlos
Auch im öffentlichen Nahverkehr stellen immer mehr Menschen bundesweit fest, dass sie kein Bargeld mehr verwenden können: Zuletzt nehmen Busse in Erfurt kein Bargeld mehr an. In Münster und Regensburg ist dies bereits seit letztem Jahr der Fall. Auch in Bussen im Wartburgkreis ist Bargeld jetzt keine Option mehr, ebenso wie bei großen Busunternehmen in Hamburg und Berlin.
Bargeldloses Bezahlen hat Vorteile, aber…
Die Argumentation lautet, dass das Bezahlen per Karte oder Smartphone viel effizienter ist – es lässt sich viel Zeit sparen, wenn der Busfahrer oder Kassierer kein Wechselgeld mehr herausgeben muss. Geschäfte und Gastronomiebetriebe müssen kein Bargeld mehr verwalten und kein Wechselgeld in der Kasse aufbewahren. Aber was ist mit all den Menschen, die nicht mit Karte oder Smartphone bezahlen können? Und denen, die sich die Freiheit bewahren möchten, bar zu bezahlen, wenn sie dies wünschen?
In deren Namen hat der vzbv zusammen mit Sozial-, Wohlfahrts- und Wirtschaftsverbänden einen Appell an die Bundesregierung gerichtet, „Bargeld zukunftsfest zu machen”. Und das macht auch Sinn – ohne Internet, ohne Strom sind elektronische Zahlungsmittel nichts wert. Bares ist, wie der vzbv betont, „krisenfest”.
Wie sieht die Zukunft der Bargeldnutzung in Deutschland aus?
Schon jetzt entspricht sie nicht mehr den Erwartungen der Menschen. In einem Fastfood-Restaurant, in dem Bargeld noch akzeptiert wird, war ein Reddit-Nutzer überrascht, dass ihm für die Barzahlung 20 Cent mehr berechnet wurden. Ein anderer bestätigte, dass es in seiner örtlichen Bäckerei genauso ist. Der Grund: Bargeldtransporte sind teuer, und die Verwendung von Bargeld ist aufwändiger. Wie die Fuldaer Zeitung berichtet, werden in Ulm 25 Cent extra fällig, wenn man im Bus bar bezahlen möchte.
Auch wenn Bargeld in diesem Land noch eine Zahlungsoption ist, wird es immer weniger genutzt – eine schleichende Bargeldlosigkeit breitet sich aus – und man muss aufpassen, dass es nicht beginnt, ganze Teile unserer Gesellschaft auszuschließen.