

Als ob Banken zurzeit nicht genug an ihren Kunden verdienen, müssen sie auch noch zu unsauberen Methoden greifen, um noch mehr herauszuholen. Deutschlands zweitgrößte Bank, die Commerzbank, wurde gerade vom Bundesgerichtshof (BGH) dazu verdonnert, 40 000 Kunden rund 10 Millionen zurückzuerstatten. Der Haken ist, dass die Kunden selbst Kontakt mit der Bank aufnehmen müssen, um den Betrag, der ihnen zusteht, zurückgeführt zu bekommen.
Verhasster Negativzins
Bei der Rückerstattung handelt es sich um den allgemein verpönten Negativzins, den die Commerzbank als Verwahrungsentgelt umbenannt hatte. Dabei wurde Kunden, die Tagesgeldkonten bei der Bank angelegt hatten, ein gewisser, variierender Betrag für die „Aufbewahrung“ der Summe in Rechnung gestellt. Vor Gericht verteidigte die Bank die umstrittene Maßnahme mit der Begründung, dass auch die Europäische Zentralbank diesen Negativzins gegenüber Geschäftsbanken in Europa eingeführt hatte. Neben der Commerzbank hatte auch die Sparkasse und einige andere Banken mit dem Negativzins auf Tagesgeldkonten operiert. Alle müssen gemäß dem gleichen Urteil BGH Az. ZR 102/24 auch ihre Kunden rückvergüten. Der BGH begründete die Entscheidung, Negativzinsen zu verbieten, mit den Worten, dass sie für Verbraucher „der Idee des Sparens diametral entgegenstehen“.
Commerzbank macht weiter mit Negativzinsen
Obwohl der Negativzins über mehrere Jahre hinweg durch unzählige Gerichtshöfe lief und die Banken ein Vermögen in Rechtskosten zahlen mussten, setzt sich die Commerzbank über das endgültige Urteil aus Karlsruhe hinweg. Die Verbraucherzentrale in Sachsen ist gerade dabei, neue betroffene Kunden ausfindig zu machen, um eine Sammelklage vorzubereiten. Dieses Mal handelt es sich um Girokonten, die plötzlich und ohne weitere Vorwarnung ein Verwahrentgelt aufweisen und Beträge abgebucht bekommen. Zum großen Ärger der Kunden geht aus der Abbuchung nicht hervor, worauf die Gebühr erhoben wird und was die Grundlage für den abgebuchten Betrag darstellt. In der Zwischenzeit hat die Commerzbank 40 000 Briefe an die Kunden der letzten Runde herausgeschickt, um diese darüber zu informieren, dass sie ihr Geld zurückerhalten werden, aber nur, wenn sie die Bank innerhalb der nächsten drei Jahre kontaktieren.