

Jede Woche kommen neue Berichte von Insolvenzen und Betriebsübernahmen in nahezu allen Bereichen der deutschen Wirtschaft. Der Notstand in der deutschen Industrie betrifft nicht nur den stark angeschlagenen Mittelstand, sondern auch große, international renommierte Konzerne. Für ausländische Investoren bietet der zunehmend schlechtere Zustand der deutschen Wirtschaft eine willkommene Möglichkeit, weltweit bekannte deutsche Qualität zu einem Schnäppchenpreis aufzukaufen. Jetzt fällt eine der größten globalen Sportartikelmarken mit Sitz in Deutschland in chinesische Hände, nachdem die Aktienmehrheit in Puma von dem chinesischen Konkurrenten Anta aufgeschnappt wurde.
Alteingesessener Sportartikelhersteller
Puma wurde 1948 im fränkischen Herzogenaurach gegründet, nachdem zwei Brüder in Streit gerieten. Rudolf und Adolf Dassler hatten bis dahin die im Jahr 1923 gegründete Sportschuhfabrik Gebrüder Dassler gemeinsam betrieben. Der Streit entzweite die Brüder und Rudolf startete im Alleingang Puma, während Adolf den Konkurrenten Adidas aufbaute. Heute ist Puma nach Adidas und Nike der drittgrößte Sportartikelhersteller der Welt. In den vergangenen Jahren litt die Marke allerdings unter starken Einbußen an Marktanteilen und Geschäftsführer Arthur Hoeld gab bekannt, dass die Firma etwa 900 Arbeitsstellen in der heimischen Manufaktur streichen muss. Mit der chinesischen Übernahme der Aktienmehrheit erhofft man sich, der Marke wieder auf die Sprünge zu helfen.
Bereits zweite Übernahme in Deutschland
Die Übernahme der Aktienmehrheit in Puma ist bereits das zweite Mal, dass der chinesische Sportartikelgigant Anta in die deutschen Schlagzeilen gerät. Vor weniger als einem Jahr haben die Chinesen bereits die beliebte hessische Marke Jack Wolfskin übernommen. Mit dem Einstieg in Puma erhoffen sich die Chinesen eine größere Relevanz auf dem europäischen Markt auch für die eigenen Produkte von Anta Sport. Die Leitung von Anta Sport hat bereits angekündigt, dass die Chinesen einen Sitz im Puma-Aufsichtsrat aufnehmen werden, mit dem Ziel, die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Puma zu steigern und die verlorenen Marktanteile zurückzugewinnen.