

Während man in Deutschland den hybriden Krieg von Russland gegen deutsche Einrichtungen verabscheut und fürchtet, geht ein anderes Land auf weitaus intrikater Art und Weise vor, um die Infrastruktur hierzulande auszuspionieren. Auf Anweisung der Regierung ist das deutsche Bundesinnenministerium gerade dabei, die Gefahrenlage zu ermitteln, die sich aus dem Verkauf von chinesischen Fahrzeugen hierzulande entwickeln kann. Die plötzliche Alarmbereitschaft der Behörden kommt, nachdem die beiden Nachbarländer Polen und die Schweiz jetzt ein landesweites Verbot von chinesischen E-Autos in der Nähe von militärischen Anlagen ausgesprochen haben. Laut Untersuchungen befinden sich nämlich Sender in den vernetzten Fahrzeugen, die nicht nur Informationen nach China senden, sondern die Fahrzeuge in ferngesteuerte Waffen umwandeln können.
Genauso gefährlich wie Drohnen
Das Verbot in Polen kommt, nachdem Forscher am Warschauer Centre for Eastern Studies jahrelang Informationen von staatlichen chinesischen Stellen ausgewertet hatten und feststellten, dass China die dort hergestellten E-Autos weniger als Straßenverkehrsmittel, sondern als Teil der nationalen Sicherheitstechnologie betrachtet. Angesichts der Forschung warnen die Forscher des Centers jetzt Deutschland und Europa, die zunehmende Anzahl von chinesischen Autos auf den Straßen als eine Bedrohung wahrzunehmen. Ein vernetztes Auto aus China, das über Kameras und Mikrofone verfügt, wäre im Grunde nichts anderes als „eine Drohne auf Rädern“, das eine genauso große Gefahr darstellt wie ein unbemanntes Fluggerät.
Chinesische E-Autos weiterhin begünstigt
Im Bundesinnenministerium nimmt man die Warnung aus Polen ernst und Experten sind gerade dabei, eine Risikoanalyse über die Sicherheitsrisiken vernetzter Autos auszuarbeiten, um dann eventuell die gleichen Vorsichtsmaßnahmen rund um deutsche Militäreinrichtungen vorzunehmen. Dort sieht man außerdem weitere Probleme mit der direkten Vernetzung mit China. „Wir müssen die Menschen dafür sensibilisieren, dass diese Daten abfließen können – und sei es für Werbezwecke oder um eine KI zu trainieren“, sagt Thorbjörn Schulz, Referent im Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie. Im Bundesinnenministerium ist man sich über die Sicherheitsrisiken, unter anderem die staatliche Einflussnahme auf einen Autohersteller, bewusst. Konkrete Vorfälle seien der Bundesregierung allerdings „nicht bekannt“. In der Zwischenzeit wird der Verkauf von vernetzten elektrischen Kraftfahrzeugen, darunter auch chinesische Modelle, vom deutschen Staat durch die E-Auto-Förderung weiterhin begünstigt.