

Eine offizielle Warnung an alle deutschen Bürger vor dem sich rasant verbreitenden, ekelhaften Parasiten Cimex lectularius, auch Bettwanze genannt, wurde veröffentlicht. Vor allem auf Berghütten werden die kleinen Krabbeltiere zunehmend zum Problem.
Es mag überraschen, dass die Bettwanzen gerade in den Bergen beste Bedingungen zum Leben und Überleben vorfinden. Aber gerade dort ist es ideal: Verwinkelte Holzhütten mit vielen Ritzen und Winkeln, um sich zu verstecken. Kein Wunder also, dass immer mehr Berghütten über Wanzenbefall klagen.
Appell an Wanderer
Das Problem hat dermaßen zugenommen, dass jetzt sogar ein offizieller Aufruf an Hüttengäste veröffentlicht wurde. Drei Alpenvereine rufen dazu auf, aktiv mitzuwirken, um die Ausbreitung zu verhindern.
Fünf Prozent der Hütten betroffen
Nach Angaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) sind alleine hierzulande jährlich fünf bis zwanzig Hütten – rund fünf Prozent aller Hütten – betroffen. „Mit steigender Tendenz, ähnlich wie bei Unterkünften im Tal“, so der DAV. Zwar kämpfen die Hüttenbetreiber selbst mit Kontrollen und baulichen Maßnahmen gegen die Ausbreitung an, ohne Mithilfe der Gäste wird es aber schwierig. Der DAV warnt, dass sich die Bettwanzen über Wanderer und deren Rucksäcke oder Kleidung verbreiten.
Am besten beugt man vor, wenn man Gepäck und Kleidung in verschließbaren Beuteln, sogenannten Bug Bags, mit sich führt. In manchen Hütten sind sie sogar schon Pflicht, wobei auch verschließbare Müllsäcke infrage kommen. Wichtig: Rucksäcke lieber nicht auf den Betten oder in deren Nähe stellen.
Wäsche bei 60 Grad
Vor und nach einer Wanderung ist es hilfreich, das Gepäck in der Dusche auszuschütten und die Kleidung bei mindestens 60 Grad zu waschen. Nicht waschbare Gegenstände kann man alternativ für drei Tage ins Tiefkühlfach legen.
Blutflecken sind verräterisch
Das Umweltbundesamt informiert darüber, dass Bettwanzen fünf bis sechs Millimeter groß sind sowie einen platten, rot-braunen Körper und sechs Beine haben. Verräterisch sind „winzige Blutflecken“ auf der Bettwäsche oder den Schlafsäcken beziehungsweise wenn man kleine, juckende Stiche am Körper hat.