

Um malerische Sandstrände und spannende Küstenlandschaften zu finden, muss man nicht weiter als nach Norddeutschland gehen. Sowohl die Nordsee als auch die Ostsee bieten unvergleichliche Naturkulissen, und immer mehr Deutsche zieht es im Sommer nach Norden im eigenen Land, um zu verhindern, dass die augenblickliche globale Unsicherheit einen Einfluss auf die wohlverdienten Ferien hat. Wer sich allerdings zurzeit auf den Nordseeinseln befindet, hat wahrscheinlich beim Strandspaziergang eine unangenehme Überraschung erlebt. Neben dem gewöhnlichen Treibholz tauchen nämlich seit Tagen unappetitliche gelbliche Klumpen im Sand auf.
Wasserpolizei ermittelt
Am vergangenen Mittwoch kamen erste Berichte von den unansehnlichen Klumpen, die sich auf den Stränden der ostfriesischen Inseln Borkum und Juist breitmachten. Der Alarm wurde von Mitarbeitern des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ausgelöst, denen die Verunreinigung bei einer Routineinspektion der Strände aufgefallen war. Gestern berichteten die Behörden auf Norderney von ähnlichen Funden an der Wasserkante. Die Wasserschutzpolizei in Emden hatte sofort die Ermittlungen aufgenommen und die Klumpen zur Untersuchung weitergeleitet. Ersten Angaben zufolge soll es sich bei der Substanz um Paraffin handeln, das normalerweise in Kerzenwachs oder Hautcremes zu finden ist. Am schlimmsten betroffen von dem Meeresabfall ist der Strand von Borkum, auf dem eine Strecke von rund 20 Kilometern mit den Klumpen übersät ist.
Birgt keine gesundheitliche Gefahr
In einer Mitteilung der örtlichen Behörden heißt es, dass die unschönen Brocken gemäß vorläufigen Erkenntnissen keine Gefahr für Strandbesucher darstellen. Die Aufräumarbeiten seien bereits im vollen Gang und die hässliche Masse werde voraussichtlich bis zum Wochenende entfernt sein. In der Zwischenzeit ermittelt die Emder Wasserpolizei, wer für die Verunreinigung verantwortlich ist. Die Paraffinklumpen könnten ein Zeichen dafür sein, dass ein Tanker Öl- und Chemikalienreste auf der Nordsee entsorgt hat und das Paraffin als Rückstand aus dem Schiffstank in das Meerwasser gewaschen wurde.