„Extrem gefährlich“ – Evakuierung in beliebtem europäischen Urlaubsziel im Gange

Augenzeugen berichteten von einem plötzlichen lauten Geräusch und dem Gefühl, als würde sich die ganze Erde bewegen. Italien und Kroatien erleben derzeit einige der schlimmsten Stürme des Jahres. In einer beliebten italienischen Urlaubsregion laufen Evakuierungen.

Bereits im Vorfeld hatten Meteorologen vor einer „extrem gefährlichen Wetterlage“ gewarnt. Wie gefährlich es tatsächlich werden würde, hätte jedoch kaum jemand geglaubt.

„Wir leben in Angst“
„Wir leben in Angst“, sagt ein Einwohner offen gegenüber einer lokalen Nachrichtenagentur. Ihr ganzes Leben, ihr gesamter Besitz – alles ist in Gefahr: Die malerische italienische Region Kalabrien ist kaum wiederzuerkennen. Am stärksten betroffen: die Gemeinde Crosia auf dem Santo Pietro-Hügel nahe dem Ionischen Meer. Beliebt bei Besuchern wegen ihrer atemberaubenden Lage – eine wunderschöne Altstadt zwischen den Bergen und dem Ionischen Meer – wurde sie zum Schauplatz eines Albtraums.

Es begann mit einem dumpfen Grollen, dann bewegte sich die Erde. Unter dem starken Regen der letzten beiden Tage gab der völlig durchnässte Hang oberhalb des Dorfes plötzlich nach. Tonnenweise Schlamm, Steine und Trümmer stürzten auf die darunter liegenden Häuser herab.

Wasser und Schlamm füllten die Keller innerhalb von Sekunden. Sie versuchten zu retten, was noch zu retten war, beschreibt ein Mann. Die Feuerwehr war ununterbrochen im Einsatz, um Menschen zu befreien, die in Autos und Wohnungen eingeschlossen waren.

Warnung vor weiteren Unwettern: Evakuierung angeordnet
Rettungskräfte sind nun vor Ort, und eine Evakuierung aller Häuser in der Nähe von Flüssen, Bächen und Wasserläufen wurde angeordnet.

Die Gefahr ist noch lange nicht vorbei, da die heftigen Stürme weiterhin ihr Unwesen treiben. Entlang der gesamten Küste in der Region Friaul-Julisch Venetien werden schwere Unwetter erwartet. Für Ligurien und die Toskana wurde die Warnstufe Orange ausgerufen. Auch von mehreren anderen Orten wurden Erdrutsche gemeldet.

Warnstufe Rot in Kroatien
Auch Kroatien ist von den Stürmen nicht verschont geblieben. Wie t-online berichtet, wurde entlang der Adriaküste im Bereich des Velebit-Gebirges die Warnstufe Rot ausgerufen. Es bestehe „Lebensgefahr“, warnt der Wetterdienst, da Orkanböen Geschwindigkeiten von bis zu 165 km/h erreichen. Es wird nicht erwartet, dass die Stürme vor Freitag nachlassen. Die Küsteninfrastruktur sei extrem gefährdet, heißt es in der Warnung weiter; von allen Reisen in die Region werde „dringend abgeraten“. Besondere Vorsicht sei auch rund um die Hafenstadt Rijeka sowie auf den Inseln Krk, Cres, Lošinj und Rab geboten. Letztere Insel ist bei Touristen besonders beliebt.

Dringende Empfehlung für Urlauber
Stürmische Wetterbedingungen herrschen derzeit in weiten Teilen des Mittelmeer- und Adria-Raums. In Italien und Kroatien sind Warnungen in Kraft, aber auch von den Kanarischen und Balearen-Inseln kommen Berichte über äußerst ungemütliche Wetterbedingungen. Auf Teneriffa, La Palma, El Hierro und Gran Canaria wurden heute bereits Windböen von über 70 km/h gemessen. Diese sollen im Laufe des morgigen Tages auf 90 km/h zunehmen. Zudem droht Starkregen mit bis zu 30 Litern pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde. Die Wellen erreichen Höhen von über 5 Metern. Auch an der Küste von Menorca schlagen große Wellen an.

Wenn Sie in den kommenden Tagen einen Urlaub an einem der oben genannten Reiseziele gebucht haben, sollten Sie die Hinweise der Behörden und die Wettervorhersage sehr genau beachten.

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Oskar Herbert