

Während der riesige Brand in Hürtgenwald jetzt so weit unter Kontrolle gebracht wurde, dass die meisten der Einheimischen wieder in ihre Häuser zurückkehren konnten, rast die nächste Katastrophe auf Deutschland zu. Dieses Mal ist es ein Großbrand über der Grenze zu Belgien, der sich so sehr ausgeweitet hat, dass die Belgier ihn als den größten des Landes jemals kategorisieren. 2000 Hektar Waldfläche brennen bereits lichterloh, und jetzt bewegen sich die Flammen mit rasender Geschwindigkeit auf die wunderschöne deutsche Mittelalterstadt Monschau zu. Über Nacht wurden die Einwohner mehrerer Stadtteile aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen und Unterschlupf bei Freunden oder Verwandten außerhalb der Gefahrenzone zu suchen.
Evakuierung von sechs Stadtteilen
Im ersten Umgang wurden die Einwohner in Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau, Plattevenn und Geisberg aufgefordert, ihre Häuser zu räumen und zu fliehen. Auf der belgischen Seite waren zuvor die Ortschaften Küchelscheid und Leykaul evakuiert worden. Bevor das Feuer vollständig außer Kontrolle geriet, hat die belgische Regierung um Hilfe von anderen EU‑Mitgliedstaaten gebeten. Neben Deutschland haben Feuerwehreinheiten aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden reagiert und befinden sich zurzeit zur Brandbekämpfung vor Ort. Gleichzeitig kommen Berichte von weiteren Großbränden im benachbarten Frankreich, wo erschöpfte Feuerwehrleute ebenfalls auf Hilfe aus dem Ausland hoffen. In Großbritannien sind die Brände so verheerend, dass der britische Premierminister das Land als ein „Pulverfass“ bezeichnet hat.
Brandstiftung Ursache für Hürtgenwald-Inferno
In der Zwischenzeit haben die Untersuchungen zu den Ursachen für das riesige Feuer in Hürtgenwald begonnen. Der NRW-Innenminister Herbert Reul hat bereits angedeutet, dass menschliches Fehlverhalten hinter der Brandursache stecken könnte. Dabei nahm er kein Blatt vor den Mund und sprach von „irgendeinem Idioten“, der für das verheerende Feuer verantwortlich ist. „Darum muss man nachdenken, wie verantwortungslos die Leute in der Gegend rumrennen und einfach irgendwas wegwerfen“, sagte er zur Tagesschau. „Das ist das eigentliche Problem.“ Auch NRW-Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen wies darauf hin, dass es sich bei dem Feuer um Brandstiftung handeln könnte. „Wir sehen durchaus, wenn verschiedene Brandstellen relativ gleichzeitig oder in enger Abfolge hochkommen“, sagte sie. „Es macht einen stutzig.“ Die Ermittlungen seien allerdings nicht abgeschlossen und klare Erkenntnisse lägen noch nicht vor.