

Die Bundesregierung unter Merz hat große Pläne für die Zukunft der deutschen Arbeitswelt und hat bereits umfassende Änderungen angekündigt. Dabei steht der traditionelle 8-Stunden-Tag vor dem Fall und auch in Hinsicht auf den im Gesetz verankerten Mindestlohn wird sich einiges ändern. Die Gewerkschaften wollen das aber nicht kampflos hinnehmen und haben großangelegte Protestaktionen angekündigt, die sich schon ab nächster Woche auf deutschen Straßen ausspielen können. Hinzu kommen bereits geplante Streiks im Zusammenhang mit den augenblicklichen Tarifverhandlungen, die besonders den öffentlichen Nahverkehr betreffen.
Alle Gewerkschaften in Aufruhr
Die Drohungen mit Warnstreiks und Protestaktionen auf deutschen Straßen kommen von allen Gewerkschaften. Besonders die Lockerung der 8-Stunden-Regel ist hier ein Dorn im Auge. „Für unsere Leute ist der aktuelle Vorstoß der Bundesregierung zur Abschaffung des 8-Stunden-Tages überflüssig wie ein Kropf“, sagt Michael Vassiliadis (61), Vorsitzender der IG Bergbau, Chemie & Energie, zur „Bild“. Demnach sollen 77 Prozent der Angestellten in der deutschen Industrie eine Abschaffung des 8-Stunden-Tags ablehnen. „Viele Beschäftigte arbeiten bereits jetzt an der Belastungsgrenze oder auch weit darüber hinaus. Mit einer Verlängerung der täglichen Arbeitszeit über acht Stunden hinaus bleibt keine Zeit mehr für Erholung und Regeneration, die Gesundheitsgefährdungen nehmen massiv zu“, sagte eine Sprecherin von Ver.di, der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, zum „Der Westen“. Auch die IG Metall, die IG Bau und die Gastgewerbegewerkschaft NGG geben an, Warnstreiks und Aktionen zu planen.
Schwierige Tarifverhandlungen
Gleichzeitig befinden sich die Gewerkschaften zurzeit in Tarifverhandlungen, um bessere Löhne und Gehälter für ihre Mitglieder zu erreichen. Diese zeigen sich in einigen Teilen Deutschlands als schwierig und bereits gestern fanden an deutschen Universitäten und Hochschulen mehrere Warnstreiks statt. In Bayern bereitet man sich im Augenblick auf weitreichende Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr vor, die Ver.di für die nächsten zwei Wochen geplant hat. Laut Vertretern in der Verhandlungsrunde hat man bisher keinerlei Fortschritte gemacht und die Streikaktionen sollen den Arbeitgebern im ÖPNV auf die Sprünge helfen. Besonders betroffen sind Großstädte im Freistaat, und in München versucht man im Augenblick, sich auf das Albtraum-Szenario mit einem Notprogramm vorzubereiten. Ver.di hat zwar noch keine konkreten Daten für die Aktionen gegeben, verspricht aber, rechtzeitig über die Arbeitsniederlegung der ÖPNV-Mitarbeiter zu informieren.