

Millionen Verbraucher bundesweit werden bald feststellen, dass sie für einige ihrer Lieblingsprodukte etwas mehr bezahlen als sonst. Das steckt hinter der Änderung.
Die meisten von uns sind mittlerweile sehr gut dabei, Getränkeflaschen und -dosen zurückzugeben. Es kostet kaum Mühe, und schon hat man ein paar Euro mehr in der Tasche – außerdem ist es gut für die Umwelt. Nun soll das Pfand auf zahlreiche weitere Behälter ausgeweitet werden.
24 beliebte Hersteller schließen sich zusammen, um eine neue Initiative zu starten: Glasbehälter, die bisher Einweg waren, werden nun Mehrweg. Für die Verbraucher bedeutet das, dass mehr Pfand zu zahlen ist und mehr Glasbehälter beim Pfandautomaten zurückgegeben werden müssen.
Für welche Produkte das neue Pfand gilt
Viele Großmütter sammelten Marmeladengläser, weil sie sich so gut zum Aufbewahren von Dingen eigneten. Sie hassten es, sie wegwerfen zu müssen. Und obwohl Altglas recycelt wird, ist das eigentlich keine gute Lösung: Der Prozess ist mit hohem Energie- und Arbeitsaufwand verbunden. Daher ist die Wiederverwendung von Glasbehältern sinnvoll – für die Umwelt und für den Hersteller.
Künftig werden Verbraucher nicht nur Marmeladengläser, sondern auch Gurkengläser, Senfgläser, Soßenflaschen, Ölflaschen, Essigflaschen und Sirupflaschen zurückgeben können.
Welche Hersteller machen mit?
Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, beteiligen sich 24 große Lebensmittelhersteller, darunter Carl Kühne, Feinkost Dittmann, Andros, Develey, Werder Feinkost, Bio Planète, Teutoburger Ölmühle, Monin und Brändle, an der Initiative „Glas kann mehrweg“.
Alle Abläufe rund um Rückgabe, Logistik, Reinigung und erneute Bereitstellung werden vom Berliner Mehrwegdienstleister Dotch übernommen. Für die Hersteller hat das den Vorteil, dass sie keine eigenen Strukturen für die Abwicklung der Rückgaben aufbauen müssen. Zudem verfügt Dotch bereits über zahlreiche Rückgabestellen im ganzen Land.
Neues Pfand: So viel wird es kosten
Der erste Unterschied, den Verbraucher bemerken werden, wird an der Kasse zu spüren sein: Für Schraubdeckelgläser wird künftig ein Pfand von 25 Cent fällig, während das Pfand für Flaschen 50 Cent betragen wird.
Wann tritt die Änderung in Kraft?
Ein Datum, ab dem das neue Pfand gilt, wurde noch nicht bekannt gegeben. Es ist anzumerken, dass es sich hierbei nicht um eine umfassende Änderung handelt, die von der Bundesregierung eingeführt wird, sondern lediglich um eine freiwillige Initiative der beteiligten Hersteller. Die Verbraucher werden die Wahl haben, ob sie weiterhin Einweggläser kaufen oder ein paar Cent mehr für die neuen Mehrweggläser und -flaschen ausgeben möchten.