Kannibalismus an der Ukraine-Front

Der Ukraine-Krieg wird zunehmend brutaler und für beide Seiten steht zumeist im Vordergrund, die Versorgung des anderen durch gezielte Angriffe auf die Infrastruktur zu beeinträchtigen oder gar ganz auszuschalten. Dabei handelt es sich nicht nur um die Versorgung mit Waffen, sondern auch um die Nahrungsmittelverpflegung, die die Soldaten benötigen, um für ihren Einsatz an der Front gestärkt zu werden.

In der Bundeswehr heißt es sogar „Ohne Mampf, kein Kampf“, und man weist auf ein ausgeklügeltes System hin, das notwendig ist, um die Soldaten beim Kampf ausreichend zu ernähren. In Russland ist man anscheinend weniger auf die Ernährung der Soldaten fokussiert, und im letzten Winter soll es an der Front zu entsetzlichen Szenen gekommen sein. Dabei sollen russische Soldaten dazu gezwungen worden sein, ihre toten Kameraden zu essen, weil der Nachschub nicht durchkam. 

Abgefangene Meldungen 

Die Informationen über den Kannibalismus unter russischen Soldaten kommen vom ukrainischen Geheimdienst, der auf dem Messenger-Dienst Telegram mehrere Meldungen von russischen Streitkräften abgefangen hat. Dabei wurden Fotografien von schwer abgemagerten russischen Soldaten sowie grafische Aufnahmen eines menschlichen Beins gefunden sowie aufsehenerregende Audioaufnahmen von russischen Offizieren, die über diese Vorfälle sprechen. Internationale Beobachter haben das von dem ukrainischen Geheimdienst abgefangene Material mit Erkennungssoftware für KI-Fälschungen überprüft und konnten keine Manipulation des Beweismaterials feststellen. Die russische Regierung streitet die Meldung von Kannibalismus ab und bezeichnet sie als ukrainische Propaganda. Dennoch beschweren sich zunehmend die Familien von russischen Frontkämpfern über die entsetzlich schlechte Ernährung, die die Soldaten vom Militär erhalten. So kommen Berichte von Soldatenverpflegungen, deren Haltbarkeitsdatum bereits 2002 abgelaufen war. Auch die Erhöhung der Soldatenzahl auf russischer Seite auf rund 700 000 hat dem Militär enorme Schwierigkeiten bereitet, diese auch standesgemäß zu verpflegen. 

Harte Kritik auch an der Ukraine 

Gleichzeitig wird auch das ukrainische Militär beschuldigt, Soldaten oft hungernd an der Front ihrem eigenen Schicksal zu überlassen. Mehrere Ehefrauen von ukrainischen Soldaten haben Bilder von ihren abgemagerten Männern an der Front auf sozialen Netzwerken gepostet und die Armee beschuldigt, die Soldaten, die das Land verteidigen, verhungern zu lassen. Die ukrainische Armee hat jetzt einen ihrer Kommandanten gefeuert und einen weiteren degradiert, nachdem sich herausgestellt hat, dass sie monatelang nur unzureichend Nahrungsmittel und Wasser an die Front geschickt hatten. Dabei seien die Soldaten nicht nur dem Tode nahegekommen, sondern auch wichtige Stellungen wurden verloren, weil man nicht die Kraft hatte, diese zu verteidigen. 

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Alexander Grünstedt