Kreuzfahrtschiff-Katastrophe fordert deutsche Opfer

Wie jetzt bekannt wurde, sind die meisten Opfer einer Schiffskatastrophe deutsche Staatsbürger. Das Unglück ereignete sich in der Nähe von Wien und traf die  „MS Anna Katharina“.

Am Freitagmorgen kollidierte das Kreuzfahrtschiff „MS Anna Katharina“ nahe Wien mit Teilen einer Schleuse und krachte dann gegen eine Kaimauer. Laut einem Sprecher der Berufsrettung wurden insgesamt 14 Personen verletzt. Sechs von ihnen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden, weil sie durch den Aufprall stürzten oder gegen Einrichtungsgegenstände geschleudert wurden.

Die meisten Opfer sind Deutsche
Die Opfer sollen in erster Linie über Prellungen und dadurch bedingt über Schmerzen im Rücken-, Brust- und Nackenbereich geklagt haben. Es handelt sich um Personen aus Deutschland und Österreich. Glücklicherweise gibt es keine Schwerverletzten.

Crash um vier Uhr früh
Die rund 200 Passagiere der „MS Anna Katharina“ befanden sich auf einer siebentägigen Kreuzfahrt von Passau und steuerten unter anderem Linz, Bratislava, Budapest an. Das Unglück ereignete sich am Freitagmorgen gegen vier Uhr früh. Aus noch unbekannter Ursache rammte das Schiff die Schleuse „Freudenau“ bei Wien, was einen Großeinsatz der Feuerwehr auslöste.

Kein „Mann über Bord“
Zunächst konnte nicht ausgeschlossen werden, dass Personen über Bord gegangen waren. Die Helfer suchten daher das Wasser ab, zum Glück bestätigten sich die Vermutungen nicht. Der Bug des Kreuzfahrtschiffs wurde aber erheblich beschädigt – ein Leck gab es aber nicht. Das Wrack soll nun eingehend untersucht werden.

Die Schleusenkammer bleibt aufgrund der Schäden bis Montag gesperrt, der Schiffsverkehr wird über die zweite Kammer geführt. Die Polizei nahm wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung Ermittlungen auf.

Kapitän wird befragt
Der Kapitän – ein 49-jähriger Bulgare – wird aktuell dazu befragt. Ein technischer Defekt könnte die Ursache des Horror-Crashs sein – insofern, als sich das Schiff nicht mehr wie vorgesehen manövrieren ließ.

999-Euro-Kreuzfahrt
Die „MS Katharina“ des Reeders Scylla ist im Auftrag der deutschen Phoenix Reisen GmbH unterwegs und fährt laut Katalog seit Ende Mai bis Ende des Jahres in Siebentagestouren von Passau über Wien bis Budapest und wieder retour. Kostenpunkt: 999 Euro. Die meisten Passagiere wollten nach dem Unglück die Fahrt fortsetzen. 

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Martin Beier