Mercosur-Abkommen hilft deutscher Wirtschaft und Verbrauchern

Während Europa als Block in Wirtschaftsfragen mit einigen wenigen Ausnahmen von der Europäischen Union repräsentiert wird, haben mehrere lateinamerikanische Länder einen ähnlichen flächendeckende gemeinsamen Markt etabliert, der international als Mercosur bekannt ist. Feste Mitgliedsstaaten in Mercosur sind Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay, mit Chile, Ecuador, Guyana, Kolumbien, Peru und Suriname als assoziierte Mitglieder. Bolivien befindet sich bereits in vollen Beitrittsverhandlungen, während Venezuela aufgrund der politischen Situation von der Gemeinschaft suspendiert wurde.

 Jetzt haben die EU und Mercosur sich nach 25 Jahren Verhandlungen dazu bestimmt, einen Handelsvertrag abzuschließen, der eine der größten Handelszonen der Welt darstellt. Der neue Mercosur-Vertrag wird auch auf deutsche Verbraucher einen großen Einfluss haben. 

Geringe oder keine Zölle 

Mit dem neuen Abkommen, über das heute in der EU abgestimmt wurde, sollen Zölle und Abgabe für Produkte, die zwischen den beiden Blöcken exportiert werden, entweder gänzlich entfernt oder beträchtlich reduziert werden. Die lateinamerikanischen Länder exportieren zurzeit meistens Agrarprodukte wie Obst, Gemüse und Kaffee in die EU, die mit bis zu 35 Prozent Einfuhrzöllen belegt sind. Diese fallen in Zukunft weg, was den Supermärkten zu enormen Einsparungen verhilft, die wohl auch den Verbrauchern zugutekommen. Aber auch die deutsche Wirtschaft wird erheblich von dem Mercosur-Abkommen profitieren.

Schlag gegen Trump 

Nachdem der amerikanische Präsident Trump Produkte aus der EU mit besonders hohen Zöllen belegt hatte, geriet Deutschland in eine schwere Exportkrise, die das Abkommen jetzt mildern soll. Mit dem Mercosur-Abkommen wird ein enormer neuer Markt zugänglich, der etwa 260 Millionen Einwohner bedient. Die deutschen Autobauer haben große Hoffnungen, die Lateinamerikaner in Zukunft mit deutschen Fahrzeugen zu überhäufen. Auch andere zentrale deutsche Branchen wie der Maschinenbau und der pharmazeutische Bereich glauben, dass sie mit dem Abkommen ihre Exporte nach Lateinamerika beträchtlich erhöhen können. Die europäischen Bauern hingegen haben schwere Probleme mit der Absprache und befürchten, dass sie in Zukunft von ihren lateinamerikanischen Kollegen aus dem Markt gepreist werden. Um die Gemüter zu besänftigen, hat die EU gerade den europäischen Bauern weitere Billionen Euro versprochen. Dennoch stimmten Frankreich, Polen, Österreich, Irland und Ungarn. Trotzdem kann der Vertrag jetzt unterzeichnet werden, weil 65 Prozent der Mitgliedstaaten dem zugestimmt haben. 

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Alexander Grünstedt