

Gemäß einer Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGFN) laufen zurzeit Millionen in Deutschland mit einer unheilbaren Krankheit herum, ohne es zu wissen. Dabei handelt es sich um einen der größten Auslöser für Herzerkrankungen, Schlaganfälle und Nierenversagen. In den meisten Fällen haben die Erkrankten keine Symptome und kommen deshalb erst zum Arzt, wenn es zu spät ist. Bei der lebensgefährlichen Erkrankung dreht es sich um die chronische Nierenerkrankung, auch CKD (Chronic Kidney Disease) genannt.
Unheilbar und tödlich
Das Gefährliche an CKD ist die Tatsache, dass die Krankheit nicht reversibel ist, sobald sie auftritt. Es gibt zwar Medikamente, die CKD vorübergehend in Schach halten können und einen schlimmeren Krankheitsverlauf verzögern, aber die Nieren werden sich nie wieder vollständig erholen. Damit erhöht sich die Gefahr für Herz-Kreislauf-Krankheiten und Nierenversagen, das zu einer Dialyse-Behandlung oder gar dem Bedarf an einer Nierentransplantation führen kann. Während CKD keine Symptome mit sich bringt, gibt es dennoch Anzeichen für eine mögliche Erkrankung. Dazu gehören Flankenschmerz sowie Brennen beim Wasserlassen, schäumender Urin und geschwollene Augen oder Unterschenkel. CKD-Patienten leiden auch so gut wie immer an hohem Blutdruck und stehen in der Gefahr, Altersdiabetes zu bekommen. Laut Julia Weinmann-Menke, Direktorin der Klinik für Nephrologie, Rheumatologie und Nierentransplantation (NTX) am Universitätsklinikum Mainz, wäre es wirklich einfach, mögliche CKD-Patienten durch einen schnellen und unkomplizierten Test ausfindig zu machen.
Millionen in der Gefahrenzone
Weinmann-Menke weist darauf hin, dass zwischen 20 und 30 Millionen Menschen in Deutschland bereits an hohem Blutdruck leiden und deshalb in der Gefahrenzone stehen, an CKD zu erkranken. Die DGFN schlägt deshalb vor, dass in Zukunft diese Gefahrengruppe automatisch einem einfachen kombinierten Blut- und Urintest unterworfen wird, um deren Werte und damit Gefährdung zu ermitteln. Dabei könnten Millionen von schweren Herz- und Nierenerkrankungen sowie Schlaganfällen bewahrt werden, und gleichzeitig würde das deutsche Gesundheitssystem Milliarden an Kosten sparen. Bisher wurde der kombinierte Test nur bei weniger als 10 Prozent der gefährdeten Patienten ausgeführt.