

Für Millionen Kassenpatienten droht eine teure Überraschung: Bei einer der größten Krankenkassen Deutschlands steigen die Zusatzbeiträge erneut. Wie Verbraucherschützer warnen, könnte dies eine der letzten Gelegenheiten für die Versicherten sein, zu reagieren. Es gibt aber auch eine gute Nachricht.
Fast die Hälfte der deutschen Krankenkassen hat ihre Zusatzbeiträge zu Jahresbeginn erhöht. Einige derjenigen, die ihre Zusatzbeiträge unverändert gelassen haben, spüren nun jedoch den Druck steigender Kosten. Das verheißt nichts Gutes für ihre Versicherten.
IKK Classic erhöht Zusatzbeiträge
Für die 2,86 Millionen Versicherten der IKK Classic bleiben nur noch wenige Tage Zeit, um zu handeln. Zwar gelang es der Krankenkasse, ihren Zusatzbeitrag von 3,40 % von 2025 auf 2026 zu übertragen, doch nun ist sie gezwungen, diesen auf 3,85 % anzuheben. Wie t-online berechnet, bedeutet dies, dass Arbeitnehmer bis zu 13 Euro mehr pro Monat zahlen müssen; für Selbstständige sind es bis zu 26 Euro pro Monat. Die Erhöhung trat Anfang August in Kraft, was bedeutet, dass Versicherte, die ein günstigeres Angebot bei einer anderen Krankenkasse in Anspruch nehmen möchten, nur noch bis zum kommenden Montag (Ende des Monats) Zeit haben, ihr Sonderkündigungsrecht auszuüben.
Bislang hat nur eine weitere Krankenkasse eine Erhöhung angekündigt, nämlich die Südzucker-BKK, eine betriebsbezogene Krankenkasse, deren Zusatzbeitrag Anfang dieses Monats von 2,90 % auf 3,50 % gestiegen ist.
Verbraucherschützer schlagen Alarm: Wichtige Pflicht entfällt
Für Kassenpatienten könnten solche Ankündigungen einer Änderung des Zusatzbeitrags – und damit die Möglichkeit, rechtzeitig zu einer anderen Krankenkasse zu wechseln – in Zukunft leider seltener werden, wie Verbraucherschützer warnen. Denn im Rahmen des GKV-Stabilisierungsgesetzes, das die Umsetzung der neuen Gesundheitsreform ermöglichen soll, wurde die gesetzliche Verpflichtung der Krankenkassen, ihre Versicherten vorab über Änderungen des Zusatzbeitrags zu informieren, aufgehoben. So ist es möglich, dass viele Bürger erst dann erfahren, dass sie mehr zahlen müssen, wenn sie bereits tiefer in die Tasche greifen müssen.
Man sollte hoffen, dass die meisten Krankenkassen weiterhin über geplante Zusatzbeitragserhöhungen informieren, doch darauf kann man sich nicht mehr verlassen. Eine fehlende Vorankündigung erschwert es den Versicherten dann erheblich, ihr Sonderkündigungsrecht rechtzeitig wahrzunehmen.
Krankenkassenfusion bringt gute Nachrichten für Kassenpatienten
Wer der Meinung ist, dass er für die Leistungen seiner Krankenkasse zu viel bezahlt, sollte – sofern er die Möglichkeit dazu hat – einen Blick darauf werfen, was andere Krankenkassen zu bieten haben. Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox bieten einen guten Überblick über die derzeit verfügbaren Angebote. Und genau hier gibt es einige gute Nachrichten zu vermelden.
Vor einigen Monaten wurde bekannt, dass die BKK firmus, eine der günstigsten Krankenkassen Deutschlands (Zusatzbeitrag 2,18 %), in sechs Bundesländern gesperrt wurde. Das ändert sich nun: Laut einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung wird die beliebte Krankenkasse bald mit anderen Krankenkassen fusionieren, wodurch sie für Kassenpatienten bundesweit verfügbar wird. Die Fusionen sind wie folgt geplant: