Millionen von Kunden in Gefahr: Sparkasse gibt dringende Warnung heraus

Die Sparkasse hat eine dringende Warnung an ihre Kunden herausgegeben: Der Anlass ist keine neue Welle von Phishing-Angriffen (obwohl deren Gefahr nicht unterschätzt werden sollte), sondern ein beliebter Dienst, den viele von uns regelmäßig nutzen.

Die größte Gefahr ist eine, die man einfach nicht erkennt: Ehe man sich versieht, ist Geld, dessen Verlust man sich nicht leisten kann, unwiederbringlich verloren. Die Rede ist jedoch nicht von einem hinterhältigen Betrug, sondern von einem Service, der von Millionen Menschen im ganzen Land genutzt wird.

Sparkasse warnt vor gefährlicher Verbraucherfalle
Die Sparkasse hat eine dringende Warnung vor „Buy now, pay later“-Angeboten herausgegeben: Was auf den ersten Blick wie ein bequemer Service erscheint, ist in Wirklichkeit zu einer Falle für Millionen deutscher Verbraucher geworden. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind in Deutschland mittlerweile 5,67 Millionen Menschen überschuldet. Ein schockierend hoher Anteil davon sind Frauen und junge Menschen. Gleichzeitig hat sich die Zahl der laufenden Kleinkredite unter 1000 Euro in den letzten 5 Jahren verdreifacht – durch Online-Shopping ist es immer einfacher geworden, die Zahlung aufzuschieben.

Die Zahlungsaufschiebung ist oft nur eine Frage des Ankreuzens eines Kästchens auf einer Webseite. Es müssen keine gründlichen Prüfungen durchlaufen werden. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass sie damit faktisch einen Kredit aufnehmen. Doch die sorgenfreie Zeit währt nur eine gewisse Weile – viel zu schnell müssen Rückzahlungen geleistet werden, und man verliert leicht den Überblick. Ehe man sich versieht, ist plötzlich nicht mehr genug Geld auf dem Konto.

Verbraucherkreditrecht wird strenger
Natürlich sollte es jedem selbst überlassen bleiben, seine Finanzen zu verwalten, doch die Sparkasse und die Bundesregierung sind der Meinung, dass die unkontrollierte Art und Weise, wie das „Buy now, pay later“-System funktioniert, ernste Gefahren birgt. Eine neue Gesetzesreform soll dem bald ein Ende setzen.

Der Bundestag hat eine umfassende Reform des Verbraucherkreditrechts beschlossen, wonach künftig alle „Buy now, pay later“-Angebote als Verbraucherkredite behandelt werden. Das bedeutet, dass der Anbieter eine Kreditwürdigkeitsprüfung durchführen muss, bevor ein Zahlungsaufschub gewährt werden kann. Kredite sollen nur dann vergeben werden, wenn eine Rückzahlung wahrscheinlich ist. Dies soll zwei Dinge bewirken: Zum einen soll verhindert werden, dass sich Personen, deren finanzielle Lage bereits prekär ist, weiter verschulden, und zum anderen soll transparenter werden, was die Nutzung der „Buy now, pay later“-Option mit sich bringt – Verbraucher sollen sich bewusst sein, dass sie damit einen Kreditvertrag abschließen, der nachteilige Folgen für ihre finanzielle Situation und ihre Kredithistorie haben kann.

Darüber hinaus zielt die Gesetzesreform auch darauf ab, denjenigen zu helfen, die sich in Zahlungsschwierigkeiten befinden: Kreditgeber werden verpflichtet sein, rechtzeitig über Lösungen wie eine Stundung zu informieren und eine Verlängerung der Kreditlaufzeit anzubieten, bevor eine Kündigung des Vertrags in Betracht gezogen wird.

Was Sie tun können, um Überschuldung zu überwinden
Wenn Sie sich in einer Situation befinden, in der Sie Schwierigkeiten haben, Ihre Schulden zu bewältigen, sollten Sie dringend Hilfe suchen. Wie die Sparkasse betont, tun dies nicht genug Menschen – nur 10 bis 15 Prozent der Überschuldeten wenden sich an eine Schuldnerberatungsstelle. Dabei kann es einen großen Unterschied machen, das Problem frühzeitig zu erkennen und anzugehen. Die meisten gemeinnützigen Schuldnerberatungsstellen bieten kostenlose Hilfe an. In Deutschland gibt es über tausend davon. Eine vollständige Liste finden Sie im Schuldnerberatungsatlas https://schuldnerberatungsatlas.destatis.de/.

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Oskar Herbert