

Wie ist das überhaupt möglich? Die Verbraucherzentrale schlägt Alarm: Millionen von Bürgern geben viel mehr Geld aus als sie eigentlich vorhatten – ohne es zu merken –, was in der heutigen Zeit sehr gefährlich ist. Und das alles wegen einer beliebten App, der sie vertraut haben.
So viele Menschen haben sie auf ihrem Handy – und warum auch nicht: Man erhält Benachrichtigungen über bevorstehende Sonderangebote, kann Punkte sammeln und an spannenden Gewinnspielen teilnehmen. Die Rede ist von Supermarkt-Apps. Diese nützlichen Einkaufsbegleiter sind jedoch laut Verbraucherzentrale alles andere als nur hilfreich und harmlos.
Verbraucherzentrale warnt vor Supermarkt-Apps
67 Prozent der Menschen kaufen mehr ein, weil sie sich von Angeboten in ihrer Supermarkt-App verführen lassen. Das hat eine repräsentative Umfrage der Verbraucherzentrale ergeben. Da ist doch nichts Schlimmes dabei, könnte man meinen, schließlich nutzen sie Sonderangebote, um Geld zu sparen. Das ist jedoch nicht unbedingt der Fall.
Tatsächlich sparen Nutzer von Supermarkt-Apps laut der Preisvergleichsseite Smhaggle nur maximal 2 Prozent, wie die Frankfurter Rundschau schreibt. Aber sicherlich, so könnte man meinen, würden Verbraucher eine so erhebliche Diskrepanz bemerken?
So manipulieren Supermarkt-Apps die Verbraucher
Hier liegt die Gefahr: Laut Verbraucherzentrale sind Supermarkt-Apps so gestaltet, dass Verbraucher durch manipulative Features und Gamification-Elemente dazu verleitet werden, immer mehr zu kaufen.
Vielen Menschen ist beispielsweise nicht bewusst, dass die App während der gesamten Nutzungsdauer Informationen über sie sammelt – der Umfang der Daten ist enorm. Angebote werden genau auf Ihre Vorlieben zugeschnitten, die versprochenen Einsparungen werden groß angepriesen – mit dem Ergebnis, dass Sie bei jedem Einkauf dazu verleitet werden, zusätzliche Artikel zu kaufen. Aber nicht nur davor warnt die Verbraucherzentrale.
„Gamification“ nutzt spielerische Elemente, die Auszeichnungen und Belohnungen bieten: Das Erreichen eines Levels oder das Sammeln einer bestimmten Anzahl von Punkten – sogar das Tätigen eines Kaufs innerhalb einer bestimmten begrenzten Zeit oder das Versprechen, an einem Gewinnspiel teilzunehmen – all dies soll die Nutzer mehr in der App engagieren und sie motivieren, mehr Geld auszugeben. Das ist natürlich die Einnahmequelle der Supermärkte und daher ein höchst wünschenswertes Ergebnis. Für Verbraucher, die am Ende jedes Monats immer weniger Geld zum Sparen übrig haben, bedeutet diese versteckte Vorgehensweise jedoch nichts Gutes.
Verbraucherzentrale verklagt Lidl
Aus diesem Grund fordert die Verbraucherzentrale ein Verbot manipulierender Gamification-Praktiken. Außerdem will sie Verbraucher davor warnen, wie viele Daten sie den Anbietern von Supermarkt-Apps preisgeben. Die Verbraucherzentrale geht derzeit rechtlich gegen den Discounter Lidl vor, weil dieser, so der Vorwurf, seine Kunden nicht ausreichend darüber informiere, dass sie für die Rabatte, die sie erhalten, mit ihren Daten bezahlen.
Kommentare anzeigen
Ganz ehrlich, die Menschen sind doch mündige Bürger. Sie müssen nicht vor allem und jedem beschützt werden. Jeder kann sich vor dem Kauf eine einfache Frage stellen: "brauche ich das wirklich?". Wenn die Antwort nein ist, dann kaufe ich es nicht.
Menschen dürfen sich auch verführen lassen.
Anders sieht es natürlich bei Betrug aus.
Das betreute Denken nimmt überhand. Die Menschen dürfen gerne wieder lernen selbst zu denken