

Das Fahrzeug hätte dort nicht sein dürfen. Der Zug konnte einfach nicht mehr rechtzeitig bremsen. Die Ermittlungen zu den Ursachen und dem Hergang des Unfalls dauern noch an, doch bereits jetzt zeichnet sich ein schrecklicher Verdacht ab: Dies ist weder der erste noch der zweite derartige Unfall an dieser Stelle.
Unfassbare Szenen in Klein Offenseth-Sparrieshoop im Kreis Pinneberg (Schleswig-Holstein): Ein Regionalzug der AKN mit 64 Menschen an Bord kollidierte an einem Bahnübergang mit einem Kleintransporter. Der Aufprall war so heftig, dass das schwere Fahrzeug mitgerissen und in das Gleisbett geschleudert wurde. Doch warum war es überhaupt dort?
Zug kollidiert mit Transporter
Der bisher bekannte Sachverhalt ist einfach: Der Kleintransporter kam aus Richtung Elmshorn und sein Fahrer wollte rechts in den Offenauer Weg abbiegen. Dabei wurde das Fahrzeug von dem Zug gerammt, der in Richtung Ulzburg Süd fuhr. Wie die BILD berichtet, hatte der Zugführer sofort voll gebremst, als er den Transporter sah, doch da war es bereits zu spät.
Sechs Menschen wurden verletzt – fünf Zugpassagiere sowie der Fahrer des Kleintransporters. Das Fahrzeug war so stark beschädigt, dass die Feuerwehr 40 Minuten brauchte, um den Fahrer mit technischer Ausrüstung zu befreien. Berichten zufolge erlitt er lebensgefährliche Verletzungen. Der Zugführer musste wegen eines Schocks behandelt werden – unter diesen Umständen kaum verwunderlich.
Der Unfall ereignete sich heute um 12:48 Uhr. Der Zug wurde von der Feuerwehr evakuiert. Seitdem ist der Zugverkehr in der Gegend stark eingeschränkt; während die Untersuchungen zum Unfall laufen, werden die Züge durch Busse ersetzt. Ersten Berichten zufolge wird vermutet, dass der Fahrer des Transporters das rote Signal, das vor der Annäherung des Zuges warnte, möglicherweise gar nicht gesehen hatte.
Nicht der erste Unfall an diesem Bahnübergang
Der Bahnübergang Waldstraße/Offenauer Weg ist ein schrankenloser Übergang und gilt als Unfallschwerpunkt: Dies ist bereits der dritte derartige Unfall an dieser Stelle in den letzten 13 Monaten: Am 12. Januar dieses Jahres rutschte ein Transporter bei Glatteis in das Gleisbett und wurde von einem Zug erfasst. Im November letzten Jahres bog ein älterer Autofahrer aus dem Kreis Steinburg trotz der aktiven roten Ampel nach rechts in den Offenauer Weg ein und kollidierte mit einem herannahenden Triebwagen der AKN. Nur durch reines Glück verliefen beide Unfälle – abgesehen von schweren Sachschäden – weitgehend glimpflich.