

Am Dienstag kam es zu einem plötzlichen, unerwarteten Besuch des CIA-Direktors John Ratcliffe in Moskau. Seitdem gibt es zahlreiche Spekulationen darüber, was solche Dringlichkeit ausgelöst haben könnte. Nun kommen Informationen zusammen, die Experten Anlass zu großer Sorge geben.
Im November 2021 eilte der damalige CIA-Direktor William Burns nach Moskau: Die USA hatten Geheimdienstinformationen über Russlands Pläne für einen Einmarsch in die Ukraine erhalten – der Besuch sollte vor den Folgen warnen. Ohne großen Erfolg. Drei Monate später startete Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Bereitet Putin nun eine weitere Eskalation vor? Angesichts der kürzlichen Warnung der US-Geheimdienste, dass ein Angriff Russlands auf die NATO unmittelbar bevorstehen könnte, ist dies der erste Gedanke, der einem in den Sinn kommt.
Ratcliffe wohl aus anderem Grund in Moskau
Im Gegensatz zu Burns traf sich John Ratcliffe (wie vom Kreml bestätigt) nicht mit Putin, sondern mit bestimmten Vertretern der russischen Geheimdienste. Laut CNN, das sich in seiner Berichterstattung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen stützt, warnte Ratcliffe Moskau tatsächlich vor einem Angriff auf die NATO. Sein Besuch scheint jedoch noch einen weiteren Zweck gehabt zu haben: Russland davon zu überzeugen, die wirtschaftliche und militärische Unterstützung für den Iran einzustellen, während die USA daran arbeiten, Teheran finanziell abzuschneiden.
Der ehemalige estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves bezweifelt, dass der Besuch überhaupt durch die Sorge vor einem Angriff auf die europäischen NATO-Mitgliedstaaten motiviert war: „Was ist derzeit das eigentliche Problem für die Vereinigten Staaten? Das eigentliche Problem ist der Iran, die Tatsache, dass die Russen den Iranern Zielinformationen liefern“, erklärt er gegenüber Euronews.
„Wenn ihr damit weitermacht, werden wir X tun.“
Ilves sagt, er gehe davon aus, dass der CIA-Direktor in der Iran-Frage eine Warnung ausgesprochen habe, die mit der Androhung möglicher US-Maßnahmen untermauert war: „Ich bin mir sicher, dass die Botschaft in etwa so lautete: ‚Wenn ihr damit weitermacht, werden wir X tun.‘“
Und was könnten die USA als Druckmittel einsetzen? Ilves weist darauf hin, dass sie der Ukraine derzeit nur äußerst wenig Unterstützung zukommen lassen. Doch es gibt etwas, das die USA der Ukraine versprochen hatten: die Lizenz, eigene Patriot-Raketen für ihre Verteidigung zu bauen. Bislang wurde diese noch nicht erteilt, und es gibt auch keine weiteren Raketen, die die USA verkaufen wollen.
Ukrainische Nachrichtendienste warnen vor heimtückischem Angriff
Und heute warnen ukrainische Nachrichtendienste eindringlich vor Putins nächstem Plan, die Ukraine in die Knie zu zwingen: Angriffe mit voller Wucht auf die ukrainische Wasserversorgung. Wasserkraftwerke, Pumpstationen, Kläranlagen – sie alle dürften eher früher als später zur Zielscheibe werden. Außenminister Johann Wadephul bezeichnete die Angriffe gegenüber der BILD als „das Gefährlichste“, „weil Menschen ohne Wasser nicht leben können“. Und ohne ausreichende Patriot-Raketen wird die ukrainische Verteidigung in ernsthafte Bedrängnis geraten. Putin könnte seine Chance jetzt durchaus nutzen, solange die USA sich weiterhin mit der Unterstützung für die Ukraine zurückhalten.
Foto: Пресс-служба Президента РФ, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons