

Verbraucher aufgepasst! Eine neue Regelung wird sich demnächst auf viele Pakete auswirken, die Sie erhalten – und das nicht im positiven Sinne: Jeder Empfänger muss sich nun darauf einstellen, künftig tiefer in die Tasche zu greifen.
Von Haushaltswaren über Elektronik bis hin zu Kleidung und Kosmetik: Millionen von Deutschen erledigen heutzutage fast alle ihre Einkäufe online. Die Auswahl auf den Plattformen der Online-Handelsriesen ist riesig und günstig. Und was macht es schon, wenn die meisten der günstigsten Schnäppchen direkt aus China kommen? Das wird jedoch mit der neuen EU-Regelung bald der Vergangenheit angehören.
Schluss mit zollfreien Kleinsendungen
Wer derzeit ein Produkt aus China bestellt, muss sich lediglich auf eine etwas längere Wartezeit als bei Bestellungen aus heimischen Gefilden einstellen. Solange der Wert des Pakets unter 150 Euro liegt, gibt es nichts weiter zu beachten. Ab Juli dieses Jahres ändert sich das jedoch.
Die EU steht kurz vor der Einführung einer neuen Verordnung, wonach auf kleine Pakete aus Ländern außerhalb der EU Zölle erhoben werden. Zunächst wird der Zoll aus einer Gebühr von 3 Euro für jede im Paket enthaltene Produktgruppe bestehen. Wenn Sie beispielsweise Haarpflegeprodukte, neue Kopfhörer und eine Sonnenbrille in einem Paket erhalten, kostet Sie das nach der neuen Regelung 9 Euro extra.
Warum müssen Empfänger mehr bezahlen?
Alles wird rundum teurer: Sicherlich sollten die Menschen doch die Möglichkeit haben, Schnäppchen zu nutzen, wenn sie sich bieten? Das eine oder andere Paket ist eine Sache, aber wie heise.de berichtet, strömten allein im Jahr 2024 4,6 Milliarden Kleinsendungen aus Fernost – vor allem aus China – in die EU.
Lokale Anbieter, die zahlreiche Vorschriften in Bezug auf die Sicherheit und Dokumentation ihrer Produkte befolgen sowie höhere Löhne, Kosten usw. zahlen müssen, haben Schwierigkeiten, im Wettbewerb zu bestehen – mit diesem neuen Tarif möchte die EU daher für mehr Fairness sorgen. Darüber hinaus kommen die zusätzlichen Zolleinnahmen auch dem Haushalt zugute.
Zölle auf Kleinsendungen: Wie geht es weiter?
Ab dem 1. Juli 2026 wird die Pauschalgebühr von 3 Euro auf alle Kleinpakete aus Drittländern eingeführt. Mitte 2028 soll die neue zentrale Datenplattform der EU-Zollbehörde online gehen. Damit werden die Pauschalgebühren durch reguläre Zollsätze ersetzt.
Und das ist noch nicht alles: Aufgrund des Aufwands bei der Bearbeitung von Paketen aus Nicht-EU-Ländern wird eine weitere Gebühr in Betracht gezogen. Diese soll zur Umsetzung strengerer Kontrollen dienen, damit Anbieter aus Drittländern künftig die gleichen administrativen und finanziellen Verpflichtungen erfüllen müssen wie Händler innerhalb der EU.