Neue Flugticket-Regelung für Übergewichtige

Der Bewegungsraum von Flugzeugpassagieren ist immer wieder ein Streitobjekt, besonders bei Mittel- und Langstreckenflügen. Dabei geht es zumeist um die zurückgelehnten Sitze des Vordermanns/der Vorderfrau, aber auch der Sitznachbar, der sich über die allgemein anerkannte Grenze der Lehne hinausbewegt, kann zur regelrechten Kriegsführung in der Luft führen. Während die Luftfahrtgesellschaften und Flugzeugbauer mit neuen Designs und Technologien versuchen, das ewige Problem der zurückgelehnten Sitze zu lösen, soll der Platzraub von Nebenmännern/-frauen durch finanzielle Repressalien gelöst werden.  

Doppelbuchung von Tickets

In den Vereinigten Staaten greifen immer mehr Airlines zu der Maßnahme, übergewichtige Passagiere aus Flugzeugen zu entfernen, wenn sie kein zweites Ticket gebucht haben. Als Regel gilt: Wenn der Platz auf einem Sitz nicht für das Gesäß ausreicht, beansprucht man Platz anderswo, nämlich nebendran. Deshalb sollen füllige Passagiere diesen beanspruchten Platz schon im Voraus buchen. Wenn sie sich weigern, müssen sie zu Hause bleiben. Bei den beiden größten Fluggesellschaften American Airlines und United Airlines ist die Regelung schon längst eingeführt worden, und jetzt informiert auch die Geschäftsführung in Southwest Airlines über ähnliche Maßnahmen. „Kunden, die den/die benachbarten Sitzplatz(e) beanspruchen möchten, sollten vor Reiseantritt proaktiv die erforderliche Anzahl an Sitzplätzen buchen, um sicherzustellen, dass der zusätzliche Sitzplatz verfügbar ist. Die Armlehne gilt als definitive Grenze zwischen den Sitzen“, schreibt die Fluggesellschaft in einer Pressemeldung. 

Proteste von Verbänden 

Die Entscheidung hat massive Kritik von Verbänden, die Übergewichtige vertreten, und von Influencern erhalten. Die Geschäftsführerin der „National Association to Advance Fat Acceptance“ (Nationaler Verband zur Förderung der Akzeptanz von Übergewicht) bezeichnet den Doppelbuchungszwang als „verheerend“ für Menschen mit Übergewicht. Noch weiter geht eine der gewichtigsten Influencerinnen für Plus-Size-Menschen auf der Plattform TikTok, indem sie Fluggesellschaften vorschlug, Passagieren mit Übergewicht kostenlose Extra-Sitze anzubieten, um das Profil der Airline zu erhöhen. Dieser Vorschlag erhielt allerdings eine so große Flut von Spott und Beschimpfungen, dass der Social-Media-Post und die Sache aus den völlig falschen Gründen Aufmerksamkeit erhielten. Auch in Europa haben die meisten Billigflieger damit angefangen, übergewichtige Passagiere dazu aufzufordern, zwei Tickets zu kaufen. Vorläufig bleibt es nur bei der Aufforderung, auch wenn die Airlines es sich vorbehalten, übergewichtige Passagiere aus dem Flugzeug zu entfernen, wenn der Flug ausgebucht ist und kein Platz für das Extragewicht zur Verfügung steht. 

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  • Wenn nun jemand eine Diskriminierung der Übergewichtigen Passagiere auf den Tisch bringt, da muss ich als Normalgewichtiger dem energisch widersprechen.
    Ich führe zwei Gründe an, wo ich mich als Passagier diskriminiert fühle und auch bin!
    Erstens wegen eines "Raum-forderten" Passagiers neben/vor mir, aber was mich sehr stört ist die Bewertung des Gepäckgewichtes!
    Ich mit meinen 81 Kilo darf ja nur dasselbe Gepäck Gewicht mitnehmen, als ein z. B. über 100 Kilo schwerer Passagier.
    Dem Treibstoffverbrauch des Flugzeugs ist es aber egal, woher das Gewicht stammt. Ich muss aber für jedes Kilo "Übergepäck" bezahlen, während der um x-Kilo schwerere Passagier für sein Übergewicht nichts bezahlt.

  • @Reinhard
    Sie vergessen allerdings die Menschen die nichts für ihr Übergewicht können.
    Ich z.B. - Seit meiner Diabetes Diagnose vor einigen Jahren muß ich täglich 6 Tabletten einnehmen. Vier dieser Medikamente haben als Nebenwirkung übermäßige Gewichtszunahme als Nebenwirkung. Dieses Übergewicht entstand erst durch diese Medikamente. Vorher hatte ich bei einer Körpergröße von 1,88 m ein Gewicht von 85kg. Trotz Ernährungsumstellung und 4x Sport pro Woche (mehr geht aus beuflichen / zeitlichen Gründen leider nicht) schaffe ich es gerade so mein Gewicht zu halten und nicht weiter zuzunehmen. Da kann man dann schon von Diskriminierung durch Fluggesellschafften sprechen wenn Übergewichtige mehr für Ihre Tickets zahlen sollen und so systematisch von gesellschaftlichen Aktivitäten und sozialen Kontackten ausgeschlossen werden. Wir haben ja schon höher Lebenshaltungskosten durch gesündere Ernährung und Kosten für die benötigten Medikamente !

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Alexander Grünstedt