

Die Spritpreise in Deutschland sind trotz Rabatt und einem geplanten Deckel eine ständige Sorge für die Verbraucher. Solange der Krieg gegen den Iran nicht zum Ende kommt, bleiben die globale und besonders die europäische Ölversorgung unsicher und die Preise hoch. In der Zwischenzeit suchen sowohl Politiker als auch diverse Energiegruppen nach neuen Lösungen, die die Abhängigkeit für Autofahrer von geopolitischen Situationen verringern könnten. Deutschlands neuer Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU), der erst in diesem Sommer sein Amt angetreten hat, wirbt jetzt für einen neuen Kraftstoff, der die Abhängigkeit von Öl für den Kfz‑Gebrauch und die Preise an der Tankstelle reduzieren soll.
Soll Gebrauch von fossilen Brennstoffen verringern
Bei dem neuen Kraftstoff handelt es sich um ein sogenanntes E-Fuel, das aus einem Gemisch von herkömmlichem Benzin mit Ethanol besteht. Die neue Kraftstoffart hat den Namen E20 erhalten und wird gerade an einer Tankstelle in Mannheim im Rahmen eines geschlossenen Flottentests an speziell ausgewählte Autofahrer weitergegeben. Der Name E20 gibt an, dass es sich bei dem Kraftstoff um Benzin handelt, dem 20 Prozent von Bioethanol beigemischt wurden. Viele Autofahrer sind die vergleichsweise weniger „verdünnten“ Ökosprit-Varianten E5 und E10 bereits bekannt, die jeweils 5 und 10 Prozent der umweltfreundlicheren Ethanolmischung enthalten. Ethanol wird zumeist aus Agrarrückständen aus der Weizen-, Mais- oder Zuckerrüben-Verarbeitung hergestellt. Durch die Mischung soll der Verbrauch von fossilen Rohstoffen in der Benzinherstellung verringert werden. Autobauer werden jetzt dazu aufgefordert, ihre Kunden über die Verträglichkeit ihrer Modelle mit der neuen Spritart zu informieren.
Deutsch-französisches Projekt
Der neue Ökosprit ist das Resultat einer deutsch-französischen Zusammenarbeit und die Verbreitung erfolgt jetzt im Zusammenhang mit der Initiative der beiden Länder, die die Gründe für das Aus des Verbrenner-Aus verteidigen soll. Indem deutsche und französische Autobauer in Zukunft darauf fokussieren, dass Motoren immer höhere Mengen von alternativen, umweltfreundlicheren Brennstoffen akzeptieren, könnten die Emissionen reduziert und eine endgültige Umstellung der europäischen Flotte auf Elektrizität verhindert werden. E20 soll bereits ab 2027 an deutschen Tankstellen erhältlich sein, aber der ADAC empfiehlt allen Autofahrern, sich vor dem Auftanken beim Kfz‑Hersteller ihres Modells über die Verträglichkeit zu informieren.