

Der Größenwahn des amerikanischen Präsidenten Donald Trump kennt offenbar keine Grenzen, und jetzt müssen die Mitglieder seiner Partei, der Republikaner, hilflos einer zunehmenden Wählerflucht mitansehen. Dabei spielen das christliche Segment der Amerikaner und die konservativen Ansichten von Katholiken in diesem amerikanischen Wahljahr eine besonders wichtige Rolle, um die Übermacht der Republikaner im Kongress und im Senat zu bewahren. Ausgerechnet diese christlichen Wähler hat die Trump-Regierung im Laufe der letzten zwei Wochen besonders gegen sich aufgebracht, und jetzt kam es zu einem besonders unbehaglichen Schlagabtausch zwischen Trump und Papst Leo XIV., den der Präsident in den Augen der Katholiken nicht gewinnen kann.
Drohungen und Allmachtgebärden
Die Konfrontationen zwischen dem Weißen Haus und dem Vatikan begannen bereits im Januar, als die amerikanische Regierung den Botschafter des Vatikans einberief, um darauf hinzuweisen, dass die USA „tun könnten, was immer sie wollten“. Außerdem wäre die katholische Kirche am besten damit gedient, sich auf die Seite der amerikanischen Regierung zu stellen. Der Vatikan nahm die Aussagen als Drohung wahr und der Papst stornierte sofort eine geplante USA-Reise. Am vergangenen Wochenende erreichten die Beziehungen zwischen Washington und Rom einen neuen Tiefpunkt, nachdem der Papst den Krieg gegen den Iran scharf kritisierte, insbesondere die Aussage Trumps, eine „ganze Zivilisation auslöschen zu wollen“.
Jesus-Bild generiert Wut
Der amerikanische Präsident reagierte sofort auf die Kritik, indem er auf seiner Social-Media-Plattform „Truth Social“ über den Papst lästerte und ihn als „schrecklich“ bezeichnete. Dabei behauptete Trump sogar, dass er eigenhändig dafür verantwortlich sei, dass der amerikanischstämmige Papst überhaupt gewählt wurde. Demnach soll der Vatikan bei der Papstwahl in Betracht gezogen haben, dass man ein amerikanisches Kirchenoberhaupt benötigt, um eine bessere Kommunikation mit dem wichtigen amerikanischen Präsidenten gewährleisten zu können. Persönlich wolle er keinen Papst, der es in Ordnung finde, dass der Iran eine Atomwaffe besitze, und auch keinen, der denke, dass es schrecklich sei, dass die USA Venezuela angegriffen hätten.Dabei postete Trump ein kitschiges Bild seiner selbst als Jesus-Figur, das jetzt christliche Wähler empört und reihenweise in die Flucht schlägt.
Papst hat keine Angst vor Trump
Als Trumps neueste Tirade gegen das katholische Oberhaupt veröffentlicht wurde, befand sich Papst Leo XIV. bereits auf dem Weg nach Algerien, der ersten Station einer großen Afrika-Tour. Aus dem Flugzeug ließ er verlauten: „Die Botschaft des Evangeliums ist ganz klar: ‚Selig sind die Friedfertigen.‘ Ich werde mich nicht scheuen, die Botschaft des Evangeliums zu verkünden. Meine Botschaft auf eine Stufe mit dem zu stellen, was der Präsident hier zu tun versucht, bedeutet, die Botschaft des Evangeliums nicht zu verstehen. Und es tut mir leid, das zu hören, aber ich werde weitermachen mit dem, was ich für die Mission der Kirche halte.“ Er wies gleichzeitig darauf hin, dass er nicht aufhören werde, den Iran-Krieg zu kritisieren. Vor der Trump-Regierung und deren Drohungen mit Repressalien habe er dabei keine Angst.